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Süd-West USA

Die Süd-West-Schleife ist wohl der Klassiker der USA Reisen schlechthin. Es gibt viele Varianten wie man sie fahren kann. Ich möchte hier eine der vielen Möglichkeiten vorstellen:

 

Tag 1  Ankunft Los Angeles
Tag 2  Los Angeles
Tag 3  Los Angeles – San Diego (120 Meilen – 2h)
Tag 4  San Diego – Palm Springs - Kingman (141 Meilen – 2,5h / 190 Meilen – 3,5h)
Tag 5  Kingman – Grand Canyon (181 Meilen – 3,15 h)
Tag 6  Grand Canyon
Tag 7  Grand Canyon – Bryce Canyon (287 Meilen – 5,5h)
Tag 8   Bryce Canyon
Tag 9   Bryce Canyon– Zion Park – Las Vegas (61 Meilen – 1.15h / 186 – 3,5h)
Tag 10  Las Vegas
Tag 11  Las Vegas – Death Valley – Bishop ( 132 Meilen – 2,75h / 163 Meilen – 3,75 h)
Tag 12  Bishoph – Yosemite Park (136 Meilen – 3h)
Tag 13  Yosemite Park – San Francisco (188 Meilen – 3,5h)
Tag 14  San Francisco
Tag 15  San Francisco
Tag 16  San Francisco  – Monterrey (122 Meilen – 2,5h)
Tag 17  Monterrey – Morro Bay (122 Meilen – 2,5)
Tag 18  Morro Bay – Los Angeles (216 Meilen – 3,75h)
Tag 19  Abflug Los Angeles
Tag 20  Ankunft Deutschland
 


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Mein Reisebericht zu dieser Tour:

Leider ist unser Urlaub bereits vorbei. Hinter uns liegen 3000 Meilen (5000 km) Autofahrt im Westen der USA.


11.5.: Am Vortag hatten wir bereits eingecheckt und das Gepaeck aufgegeben, so hatten wir mehr Zeit, respektive mehr Schlaf am Flugtag. Wir starteten mit etwas Verpaetung mit meiner Lieblingsmaschine, einer Boing 747 nach Los Angeles. 12 Stunden Flug. Uff. Dort angekommen ging alles ganz schnell – ratzfatz durch die Emigration, unsere Koffer kamen auch sehr flott, und ab zur Autovermietung. Unsere bestellte Fahrzeugsklasse war nicht vorraetig, so erhielten wir einen Minivan – klasse, bietet er doch weit mehr Platz. Also ab ins Hotel in Santa Monica und das Zimmer bezogen, und kurze Hosen aus dem Koffer gewuehlt, es war recht warm. Dann durchforschten wir die Gegend nach einem Supermarkt um uns mit Getraenken zu versorgen, schnell noch nen Happen zu Essen zwischen die Kiemen und dann zum Pier bzw. Strand von Santa Monica. Hier liessen wir den Tag ausklingen bevor es zum Schlafen ins Hotel ging. Wir waren bereits knapp 24 Stunden wach.


12.5.: Als erstes Ziel stand Hollywood auf dem Plan. Wir gingen ueber den Walk of Fame (die Strassen mit den eingelassenen Sternen beruehmter Hollywoodstars) bis zum Chinese Theater. Dort findet immer die Oskarverleihung statt und man ebenfalls div. Hand und Fussabdruecke einiger Hollywoodgroessen. Da nun die Zeit guenstig war um ohne Stau nach Downtown zu kommen taten wir dies auch. Die Stadt selbst ist aber nicht wirklich sehenswert. So blieben wir nicht lange, und fuhren wieder zurueck nach Hollywood, aber diesmal zum bekannten Hollywood Schriftzug, bzw. an eine Stelle an der man den besten Blick darauf hat. Einige Fotos spaeter fuhren wir dann ueber Beverly Hills zurueck ins Hotel. Kurz drauf gings suedlich zu Randys Donut, das ist der Riesendonut, der ab und an mal in Filmen oder Serien gezeigt wird, die in LA spielen. Es hiess, hier gibt es leckere und guenstige Donuts – und dem war auch so! Sie schmeckten wirklich hervorragend. Und weiter gings nach Venice Beach, entlang am Strand. Ist aber nicht wirklich meine Welt, ueberall nur Souvenirlaeden, eine typische Promenade wie man sie in Spanien findet. Danach gingen wir Steaks einkaufen samt Zubehoer, denn unser Hotel hatte einen Gasgrill, den man nutzen durfte. So gab es abends leckere Steaks und koestliche BBQ-Sosse.


13.5.: Nun verliessen wir LA und fuhren gen Sueden, nach San Diego, einer Grenzstadt zu Mexiko. Auf dem Weg lag ein grosses Outletcenter, welches wir stuermten. Vollbepackt suchten wir uns ein Hotel in San Diego, luden aus, und steuerten das naechste Outlet im Sueden der Stadt an. Von hier konnte man auf den Grenzzaun nach Mexiko blicken. Hinter dem Zaun sahen wir die mexikanische Stadt Tijuana, welche wir urspruenglich besuchen wollten. Auf Grund der langwierigen Wiedereinreise in die USA und der aktuellen Lage (Schweinegrippe) strichen wir diesen Punkt von unserer Liste und kauften lieber das Outlet leer. ;-) Nun wurde es Zeit sich auch mal die Stadt zu betrachten, was wir dann auch taten. Im Stadtteil La Jolla sahen wir am Strand Seehunde! Eine ganze Kolonie, zum Greifen nah! Spaeter hiess das Ziel noch Old Town San Diego, lustig anzuschauen wie man zu spanisch-mexikanischer Zeit hier gelebt hatte. Und da wir so nah an Mexiko waren, gabs am Abend fuer uns auch etwas mexikanisches zu essen, beim Mexikaner um die Ecke unseres Hotels.


14.5.: Dies war ein langer Fahrttag. Von San Diego aus ueber den Highway nach Palm Springs. Das Aussteigen war fuer uns schon eine Qual, denn diese Stadt liegt mitten in der Wueste und entsprechend warm ist es dort. Wir blieben auch nicht lange, und fuhren weiter zum Yoshua Tree Nationalpark. Ebenfalls in der Wueste (suedlicher Teil Coloradowueste, noerdlicher Teil Mojavewueste) gelegen, bringt der Park viele Yukapalmen (Yoshua Trees) und Kakteen hervor. Nach ausgiebiger Betrachtung fuhren wir weiter durch die Wueste bis nach Kingman im Staat Arizona. Dieser Ort liegt an der historischen Route 66, alles ist danach ausgerichtet. Denn seit dem Bau des Highways verwaisten die Orte an der Route 66 (dies ist auch Teil der Handlung des Zeichentrickfilms „Cars“), und man tat alles dafuer die alte Beliebtheit wieder aufleben zu lassen. Wir suchten uns ein Hotel und fielen muede in die Betten.


15.5.: Da wir genuegend Zeit hatten nahmen wir natuerlich nicht den Highway, sondern fuhren die legendaere Route 66 entlang. Schliesslich ist sie bekannt dafuer eine sehr schoene Strasse (fuer Motorraeder) zu sein. Und so war es auch! Die Ausblicke wurden immer schoener. Wir erreichten gegen Mittag unser Ziel: den Grand Canyon! Zuerst merkte man gar nichts davon, wo man sich befindet, bis man an die Abgrundkante geht. In einer atemberaubenden Groesse sowie Tiefe und bizzaren Formation zeigt sich der Grand Canyon mit einer 200 Millionen Jahre alten Erdgeschichte. Ich war sprachlos, mir fehlen auch bis jetzt die richtigen Worte um diesen Eindruck zu schildern. Und auch erst spaeter wurde mir bewusst, dass wir uns auf ueber 2000 m Hoehe befanden, und die Schlucht die der Colorado River gebildet hat 1400 m tief ist. Nach dem ersten Blick ueber den Tellerrand suchten wir das Visitorcenter auf, um in Erfahrung zu bringen, welche Wanderung wir am besten im Canyon machen koennen. Wir bekamen eine 2-4 h Wanderung vorgeschlagen mit einer Hoehendifferenz von 347 m. Zudem der Hinweis unbedingt um 6 Uhr in der Frueh loszulaufen. Wir hoerten nicht auf den Ranger … *grins* Am naechsten Tag wussten wir wieso er auf die fruehe Zeit verwies. Mit Infos gewappnet suchten wir erst mal unser Hotel auf. Nach dem Einchecken gabs ne Staerkung mittels eines Snacks, und wir fuhren wieder in den Nationalpark Grand Canyon, parkierten unser Auto und stiegen um in den Shuttlebus, der viele Aussichtspunkte am Suedrand des Canyons anfuhr. So bekamen wir viele gute Ausblicke auf und in die Schlucht. Bis zum Sonnenuntergang blieben wir, danach fuellten wir unsere Maegen und alsbald gingen wir ins Bett. Auf dem Heimweg liefen uns Rehe vors Auto. Gemuetlich trabten sie ueber die Strasse. Auch sie waren zum Greifen nahe!


16.5.: Wir starteten um viertel vor 9 unsere Wandertour in den Canyon hinab, auf dem South Kaibab Trail. Locker und steil bergab gingen wir den Wanderweg. Unten angekommen genossen wir die gute Aussicht mit Rundumblick. Als wir aufbrachen zum Rueckweg brannte die Sonne mit 30 Grad bereits vom Himmel, und nun wussten wir was der Ranger meinte. Denn der zuvor beim Abstieg noch im Schatten liegende Weg lag jetzt in der gluehenden Sonne. Wir kaempften uns hinauf und waren schneller wieder oben als zuvor hinab. ;-) Vollkommen durchgeschwitzt fuhren wir erst mal ins Hotel. Dann holten wir uns einen Kaffee und gingen ins IMAX Kino, welches natuerlich einen Film ueber den Canyon zeigte. Kurz noch ins Hotel, dann zum Essen und wieder ab in den Canyon um wie am Tag zuvor den Sonnenuntergang zu erleben.


17.5.: Nun mussten wir den Grand Canyon verlassen, aber auf unserem Weg zum naechsten Ziel, dem Bryce Canyon, kamen wir an vielen Aussichtspunkten des Grand Canyons vorbei, und endlich boten sich auch mal Blicke auf den Colorado Fluss! Nach langer Fahrt erreichten wir unser Hotel kurz vor dem Bryce Canyon, checkten ein und fuhren sofort los in den Park. Schon vor dem Eingang trafen wir auf eine Antilopenart, die im Gebiet des Bryce Canyons heimisch ist. Und wieder einmal: zum Greifen nahe! Wir suchten dann den Sunsetpoint auf und schauten der untergehenden Sonne zu. Zu spaeter Stunde (denn hier im Staat Utah hatten wir die Zeitzone gewechselt, und es war somit eine Stunde laenger hell als in Californien oder Arizona) fuhren wir retour zum Hotel, packten unsere dreckige Waesche zusammen und gingen in die Laundry um wieder frische Sachen zu haben. Waschen war also angesagt. Durch die extrem trockene Luft waren die Shirts auch schnell trocken.
 


18.5.: Auch fuer diesen Nationalpark hatten wir uns von einem Ranger eine Wanderung vorschlagen lassen. Sie war anfangs sehr steil aber bergab, und zog sich spaeter gemuetlicher in die Laenge fuer den Aufstieg. Zwischendrin immer und ueberall Blicke auf die gigantischen Felsen (genannt „Hoodoos“) des Canyons, die in rotbraunen Farben schillern. Nach der Wanderung gabs erst mal ne Kleinigkeit zu Essen, bevor wir dann mit dem Auto (der Shuttlebus war noch nicht in Betrieb) einen Aussichtspunkt nach dem naechsten anfuhren. Danach voellig muede fuhren wir erst mal ins Hotel, bevor wir dann in einem Restaurant ein paar Meilen weiter essen gingen. Und nochmals war der Park unser Ziel – wir wollten noch mal die Antilopen sehen, und es gelang uns ein ganzes Rudel auf zu spueren, welches wir lange in nur geringen Abstand verfolgten.


19.5.: Nun hiess es wieder Aufbruch – das Ziel: Las Vegas. Zuvor jedoch wollten wir noch durch den Zion Nationalpark, denn dieser lag direkt auf dem Weg. Und es hat sich gelohnt! Wenn auch schwer ein Parkplatz zu bekommen war, es gelang uns aber doch noch und wir konnten mit dem Shuttlebus sehr schoene Aussichtspunkte anfahren. Wir machten noch eine kleine Wanderung durch die schoene Landschaft mit ihren hohen Bergen und Steilwaenden und fuhren am Nachmittag weiter ueber die Autobahn (teilweise 8 spurig in eine Richtung!) durch die Wueste nach Las Vegas. Dort angekommen wurde ich am Eingang des Hotels erst mal von zig Spielautomaten ueberrumpelt. Ich kaempfte mir meinen Weg zur riesigen Rezeption des Hotels „New York New York“ – eines der vielen Themenhotels am Strip in Las Vegas. Das Einchecken dauerte etwas, aber viel laenger war der Weg vom Parkhaus ins Zimmer mit den Koffern, vorbei an wiederum zig geldfressenden Automaten jeglicher Art. Das Zimmer war schoen - mit Blick auf den Strip, den Flughafen und der Achterbahn des Hotels. Aprops Strip – den suchten wir als naechstes auf, schliesslich hatten wir bereits Hunger und tagsueber ist es eh zu heiss um in Las Vegas herumzulaufen. Wir liefen ca. die Haelfte des Strips entlang und schauten uns die div. Shows VOR den Hotels an. Nachdem uns die Fuesse kochten gings zurueck ins eigene Hotel.


20.5.: Heute stand der Hoover Dam auf dem Programm. Dieser liegt ca. 20 Meilen von Las Vegas entfernt und bildet den groessten Stausee der USA – den Lake Mead. Die Hitze war fast nicht auszuhalten. Nach einer Stunde in der prallen Sonne verschlang ich einen Liter Fluessigkeit auf einmal und war froh im klimatisierten Auto zu sitzen. Mit diesem fuhren wir zum Lake Mead. Wir fanden eine Stelle, an der wir unsere Fuesse ins Wasser haengen konnten. Herrlich! Herrlich kalt! ;-) Der See hatte eine Temperatur, die ich nicht fuer moeglich hielt. Draussen kochte die Luft, und an den Fuessen froren wir! Nun, es ging wieder zurueck nach Las Vegas und wir hielten unterwegs bei einem grossen Supermarkt an, denn unsere Trinkvorraete waren zur Neige gegangen, sowie manch andere Dinge auch. Das Auto wurde gefuellt und brachte uns zum Hotel. Eigentlich wollte ich unbedingt noch auf den Stratospheren Tower, denn hier sind die beruehmten Achterbahnen in schwindliger Hoehe mit denen ich fahren wollte. Aber irgendwie fehlte uns die Lust schon wieder die Hitze zu betreten und wir blieben im Hotel, suchten die Spielautomaten auf und verzockten ganze 8 Dollar! *ggg* Dann assen wir sehr frueh und als es dunkel war gingen wir raus. Unser Ziel war diesmal das Hotel Luxor. Eigentlich war es schon immer mal mein Traum in diesem Hotel zu uebernachten, aber unsere Entscheidung gegen das Hotel bei der Buchung war die richtige, denn das Hotel bot nicht dieses Flair welches unseres oder die anderen Hotels hatten. Enttaeuscht zogen wir weiter bis uns wieder die Fuesse weh taten und wir ins Bett gingen.


21.5.: Vorbei an der Area 51 (leider ohne Sichtung von UFOs *ggg*) fuhren wir zum Death Valley. Am Parkeingang trafen wir ein paar Harleyfahrer, die uns die frohe Botschaft mitteilten, dass der Tiogapass einen Tag zuvor geoeffnet hatte. Juhu! Zwar hatte zwischenzeitlich der Sonorapass geoeffnet, was „nur“ noch 3 Stunden Umweg bedeutet haette, anstatt wie zuvor 10 Stunden, aber es sollte sich noch als beste Option herausstellen, dass der Tiogapass offen war, nicht nur wegen dem Umweg der wegfiel. Nun, wir fuhren also ins Death Valley hinein und machten einen Abstecher zu Dantes View. Von hier kann man auf eine riesige Salzpfanne schauen, welche zugleich den tiefsten Punkt der USA bildet auf -85,5 m. Zudem kann man auf den hoechsten Berg der USA schauen, dem Mt. Whitney mit 4.421 m Hoehe. Also der hoechsten und der tiefsten Stelle der USA und das von 1.669 m Hoehe aus. Hier oben hatte es lediglich 30 Grad, also nicht so wild. Schlimmer wurde es dann bei unserer Weiterfahrt durchs Death Valley. Bis auf 43 Grad stieg das Thermometer. Lief man draussen herum und es ging ein Wind, war dieses als wenn man einen warmen Foehn ins Gesicht gehalten bekommt! Bei der Durchquerung des Parks sahen wir noch zwei Fliegeruebungen des Militaers (ich will nicht sagen der Area 51 …. *g*), und sogar einen Erlkoenig! Zudem noch sich bildende Tornados! Ganz klein nur, die auch nach kurzer Zeit wieder zusammen brachen. Sehr anschaulich! Unser Ziel hinter dem Death Valley war Bishop, einem Ort an der Sierra Nevada. Dummerweise waren hier die Mule Days, und so waren die Hotels teuer. Wir fanden aber dennoch eines fuer einen akzeptablen Preis. Na, und wenn wir schon hier sind, schauen wir uns die Mules (Mischung aus Esel und Pferd) natuerlich auch an. So gingen wir nach dem Essen die Staelle ab und fanden sogar das Budweiser Gespann (im hessischen wuerde ich sagen: Brauereigaul *g*).


22.5.: Nun endlich ging es ueber den Tiogapass. Nur ein kurzes Stueck mussten wir von Bishop aus fahren, um zur Passeinfahrt zu gelangen, welche ich in den letzten 4 Wochen vor dem Urlaub taeglich per Webcam beobachtet hatte, um zu sehen wie hoch der Schnee liegt. Ueber 3000 m hoch ist der Pass, entsprechend kalt war es hier. 15 Grad nur – fuer uns Waermeverwoehnten der letzten Tage war das maechtig kuehl, aber dennoch konnten wir es nicht lassen mit dem Schnee unseren Spass zu haben. Auf der Fahrt bergab gab es einiges zu sehen, denn schliesslich befanden wir uns mitten drin im Yosemite Nationalpark. Sehr gruen zeigt sich der Park an den Stellen an denen der Schnee bereits geschmolzen ist. Das Schmelzwasser speisst aber auch die unzaehligen Wasserfaelle, die tosend herabfallen. Der Park ist wirklich wunderschoen! Gegen Abend verliessen wir ihn und fuhren ca. 15 Meilen unterhalb des suedlichen Parkeingangs, denn hier befand sich unter gebuchtes Hotel. Nichts besonderes gibt es hier, so gingen wir nach dem Essen frueh ins Bett.


23.5.: Und wieder retour zum Yosemitpark. Wir wollten unbedingt noch zum Glacier Point, von dort hat man einen tollen Blick aufs Tal. Knapp 3 Meilen vor dem Parkeingang: Stau! Wir kaempften uns durch und erreichten irgendwann den Parkeingang. Zum Glacier Point zuckelten wir ebenfalls hinter Amis her, die weder Kurven noch Steigungen/Gefaelle fahren koennen. Es waren einfach zu viele, welche das lange Wochenende ausnutzen und den Park stuermten. Zum Glueck kamen wir aber noch zum Glacier Point, denn bei unserer Rueckfahrt sahen wir, dass die Strasse bereits bergauf gesperrt war. Es hatte sich gelohnt, der Ausblick war phantastisch, wenn auch total ueberlaufen. Nun wollten wir zum westlichen Parkausgang, und wieder steckten wir im Stau! Und zwar mit denen die immer noch in den Park stuermten, denn zeitweise mussten wir erst mal in die eigentlich falsche Richtung fahren, aber anderst geht es leider nicht. Vollkommen genervt erreichten wir dann endlich den Ausgang, und spaetestens dann wurde uns klar, was wir fuer ein Glueck hatten dass der Pass offen war, denn unsere Planung sah vor, den Park erst am naechsten Tag anzuschauen, wenn wir lange Umwege fahren muessen. Aber Anschauen war an diesem Tag ja gar nicht moeglich, da eben Staus und belegte Parkplaetze keine Chance liessen alles zu sehen was wir einen Tag zuvor alles sehen konnten. Aber der Tag war einfach nicht unserer. Den Park hinter uns gelassen begaben wir uns auf den Weg nach San Francisco. Wir zuckelten ueber Landstrassen und hatten auf einmal eine sehr steile Strasse vor uns. Selbst ein Runterschalten in den ersten Gang brachte keinen Erfolg, ich musste permanent auf der Bremse stehen, mit dem Ausgang, dass die Bremsen heiss liefen und ich am Ende der Steilstrecke fast keine Bremskraft mehr hatte! Es reichte aber dennoch, aber wir liessen erst mal die Bremsen abkuehlen. Als wir uns San Francisco naeherten, naeherten wir uns auch einer dicken Nebelwand, die direkt ueber der Stadt schwebte. Das Wetter war uns also auch nicht gut gesonnen. Ok, also Hotel suchen. Und das war gar nicht so einfach! Denn schliesslich war Memorial Day zwei Tage spaeter und somit die Hotels ausgebucht! Denn jeder nutzte das lange Wochenende. Wir klapperten ein Hotel nach dem anderen ab, ohne Erfolg. Bzw. eines hatte noch freie Zimmer – fuer 179 Dollar die Nacht! Na danke. Also entschlossen wir uns zum Flughafen zu fahren, und das war die richtige Entscheidung! Denn hier gab es fuer uns noch ein freies Zimmer, wenn auch nicht beim ersten Anlauf, und auch nicht so guenstig, aber wir mussten wenigstens nicht im Auto uebernachten bei der nun bereits vorherrschenden Kaelte. Eines der ersten Taetigkeiten: per Internet nach einer Bleibe fuer die naechsten beiden Tage in San Francisco suchen, was uns auch fuer einen sehr guten Preis gelang. Warum nur diese Nacht so extrem ausgebucht war, obwohl es ja erst Samstag war, bleibt mir ein Raetsel.


24.5.: Wir fuhren nun also vom Flughafen wieder in die Stadt. Das Wetter blieb bewoelkt und kalt. Erstes Ziel war der Alamo Park, von hier kann man gut auf die alten viktorianischen Haeuser blicken. Weiter gings dann nach Chinatown. Praktischerweise fanden wir direkt am Ort des Geschehens einen Parkplatz. Allerdings bietet Chinatown ausser einem schoenen Eingangstor zwar chinesisches Flair, aber doch einfach zu viel Ramsch und billige Souvenirartikel. Wir entschlossen uns die Strassen hinab zu laufen zum Hafen, bzw. Hafengebauede. Wir konnten auf Alcatraz blicken und sahen die ganzen Piers. In der Naehe fanden wir das Railway Museum, welchem wir einen Besuch abstatteten. Danach staerkten wir uns mit einem Kaffee nahe der Endhaltestelle einer der Cable Car Linien. Interessant dieser zuzuschauen, wie sie ratternd durch die Strassen faehrt. Der Weg zurueck zum Auto war eine heftige Aufgabe, denn San Francisco ist sehr steil. Aber richtig steil! So kaempften wir uns den Huegel wieder hinauf. Dann fuhren wir mit dem Auto zur Lombard Street. Diese ist lang (wie jede Strasse in USA), aber ein Stueck hat es ganz besonders in sich – die Strasse ist hier so steil, dass man sie mittels 9 Haarnadelkurven entschaerft hat. Ein Muss fuer jeden Touristen sich dieses anzusehen und zu erfahren! Die Polizei regelt hier den Verkehr, weil es sonst im Chaos ausbrechen wuerde. Wir schlaengelten uns die Kurven hinunter und fuhren wieder zurueck, denn unser Hotel befand sich in der gleichen Strasse, welches wir nun als naechstes aufsuchten. Eingecheckt, Koffer entladen und gleich weiter zur Golden Gate Bruecke. Durch das schlechte Wetter blieben uns sonnige Blicke auf die Bruecke verwehrt, aber man hat sie immerhin mal gesehen. Wir hofften auf besseres Wetter fuer einen weiteren Besuch. Also gingen wir etwas Essen und ruhten uns im Hotel aus.


25.5.: Wir fuhren mit dem Bus erst zum Pier 39 und wandelten umher durch das Vergnuegungszentrum, dann liefen wir weiter zum Pier 33, denn von hier starteten die Schiffstouren rueber nach Alcatraz. Tage zuvor hatten wir online Tickets reserviert, da die Tickets rar sind, bzw. die Anzahl der Personen pro Tag welche nach Alcatraz duerfen sehr gering, schliesslich ist dies eine Naturschutzinsel. Wir hatten noch etwas Zeit, so dass wir mit der Strassenbahn zum Hafengebaede fuhren und nach einer Zeit wieder zurueck um aufs Schiff zu gehen. Die Ueberfahrt dauerte nicht lange, und schon war man auf der Gefaengnisinsel. Wir liefen umher und gingen dann zum interessantesten Teil der Insel – den Zellenblock. Per Audioguide wurde man durch die Zellen und das Gefaengnis an fuer sich gefuehrt. Sehr interessant und erschreckend welch kleine Zellen den Schwerverbrechern wie z.B. al Capone zur Verfuegung standen. Nachdem wir „alles“ gesehen hatten fuhren wir per Schiff wieder zurueck zum Festland. Zwar war es weitgehenst sonnig, aber auf Alcatraz sowie eh rund um die Bay Area blaesst immer ein kraeftiger Wind, so dass wir uns nun erstmal wieder einen Kaffee zum Aufwaermen goennten um danach dann in die Cable Car einzusteigen. Was fuer ein Gefuehl! Im kalten Wind zu sitzen war zwar nicht prickelnd, aber ein Erlebniss! Als wir an der Lombard Street ankamen, besser gesagt an dem Stueck mit den Haarnadelkurven stiegen wir aus und liefen nun zu Fuss die Strasse hinab, um die Stelle mal aus einem anderen Blickwinkel sehen zu koennen. Die Cable Car brachte uns zu Fishermans Wharf, heute ein Vergnuegungszentrum. Nach dem Essen suchten wir unser Hotel auf, die letzte Nacht in San Francisco!


26.5.: Wir versuchten noch mal unser Glueck mit der Golden Gate. Zwar war es anfangs etwas heller und sonniger, jedoch zog bald wieder der Nebel auf. Zu Fuss gingen wir zum ersten Pfeiler, kehrten wieder um, um dann mit dem Auto ueber die Golden Gate zu fahren, und auch wieder zurueck, nach einer Pause auf der anderen Seite. Von Bakers Beach aus hat man einen guten Blick auf die Bruecke, so fuhren wir dort auch noch hin. Nun wurde es aber Zeit unsere Fahrt nach Sueden fortzusetzen, unser Ziel war Monterey ueber den Highway 1. Es fand sich ein Hotel und wir etwas zu essen. Danach zogen wir durch Downtown, hier war gerade Markt. Noch bis zum Pier und wieder zurueck ins Hotel.


27.5.: Nach dem Verlassen des Hotels mussten wir erst mal Tanken. Da zudem der Reifendruck nicht stimmte kuemmerte ich mich um diesen. Dummerweise brach beim Abschrauben der Ventilkappe ein Teil des Ventils ab, und der duenne Ventilstift schaute heraus. Fuellen liess sich der Reifen so nun auch nicht. Was tun? Der Tankwart gab uns eine neue Ventilkappe, wir befuerchteten jedoch dass diese nicht halten wuerde. Thomas kam der Gedanke diese mit Heftpflaster zu fixieren. Guter Gedanke! Bis auf den Umstand, dass die Pflaster natuerlich ganz unten im Koffer lagen. *ggg* Nunja, ich holte mein Erste Hilfe Set heraus und fand dann bei den Pflastern eine Rolle „Leukoplast“. Na wunderbar! Damit umklebten wir die neue Ventilkappe (in der alten hing ja noch das halbe Ventil - festoxidiert, und war somit nicht zu gebrauchen). Die Notloesung hielt praechtig! Immer wieder schauten wir nach unserem Patienten, aber es war alles ok. Uff, nen platten Reifen konnten wir nun wirklich nicht gebrauchen. Den geringen Luftdruck hatte uebrigens ein anderer Reifen verursacht. *ggg* So geruestet fuhren wir erst mal zum „17-Meilen-Drive“, eine Community, direkt am Meer, sehr schoen angelegt, in die Natur angepasst, und fuer uns ganz interessant: mit einigen Golfplaetzen. U.a. (die Golfer werdens kennen …) ist dort Pebble Beach. Diesen Golfplatz mussten wir uns natuerlich ansehen, zum Spielen reichte die Zeit und das Geld nicht. ;-) Was wir auch sehen konnten: Seeottern! Die einzigen Tiere, die nicht in direkter Naehe zu uns waren, sondern ein bisschen weiter draussen auf dem Meer. Ausserdem hatten wir hier wieder Rehe direkt zum Anfassen nah. Rehe am Strand … etwas ganz Neues! ;-) Weiter ging unsere Fahrt immer an der Kueste entlang bis Morro Bay. Leider jedoch lag dieser Kuestensteifen komplett im Nebel, was aber sehr haeufig vorkommt. Man konnte erahnen wie schoen diese Landschaft in der Sonne aussieht. Schade. Aber wir hatten das Glueck zur richtigen Jahreszeit vor Ort zu sein um unzaehlige See-Elephanten (oder Elephanten-Robben genannt) auch wieder in direkter Naehe zu sehen. Als wir Morro Bay erreichten und ein Hotel war Feierabend fuer diesen Tag. Ausser der ueblichen Nahrungssuche natuerlich.


28.5.: Als erstes steuerten wir ein Outlet auf der Strecke an, um die Koffer noch zu fuellen. ;-) Nach erfolgreichem Einkauf fuhren wir bis Santa Monica, also Los Angeles. Zuvor noch durch Malibu. Das Wetter wollte einfach nicht wie es sollte, es blieb grau und trist. Wir suchten etwas fuer unsere Maegen und spaeter ein Hotel auf. Das Hotel war eine gute Wahl wie sich am Abend noch herausstellen sollte, denn im Zimmer befand sich eine Waage. Nein, ich wollte gar nicht wissen wieviel ich zugenommen hatte, aber ich wollte wissen ob wir am Anschlag sind mit unserem Gepaeck bzgl. der Freimenge von 2x23 kg pro Person. Aber daran machten wir uns erst spaeter, denn erst mal fuhren wir zum Pier und genossen dort den ausklingenden und letzten Abend in USA. Der Urlaub endete also dort, wo er auch begann. Das Packen war dann so eine Sache. Zig mal die neu gekauften Klamotten, BBQ Sossen, Honey roastet Peanuts, Medikamente und sonstigen Kleinigkeiten hin und her geraeumt bis es endlich vom Gewicht her passte wie es sollte. Ohne Waage waeren wir aufgeschmissen gewesen, denn wir waren jeweils absolut am Limit! Somit hatten wir (trotz dass ich 3 Shirts und ein paar Schuhe wegwarf) ueber 35 kg zugekauft, unsere Schraenke zu Hause platzen nun bereits aus allen Naehten, und ich habe noch nicht alle neuen Sachen gebuegelt. ;-) Der letzte Abend war also etwas schweisstreibend, aber guten Gewissens konnten wir einschlafen.


29.5.: Nun war er da – der Abreisetag!  Nach dem Fruehstueck checkten wir aus, und fuhren zum Strand. Bzw. erst mal schlenderten wir durch die Fussgaengerzone von Santa Monica (ja, sowas gibt’s dort! – gaenzlich unamerikanisch …) und ich kaufte sogar noch ein paar Golfschuhe *ggg*. Wir verabschiedeten uns vom Pazifik und fuhren am Ufer entlang nach Venice Beach. Hier suchten wir die damals kuenstlich angelegten Kanaele auf (weswegen es ja auch Venice heisst). Nach einem Spaziergang ueber diese brachte uns unser Auto zu Randys Donuts, also jenen Donutladen mit dem riesen Donut auf dem Dach. Wir holten uns noch ein wenig Verpflegung fuer die lange Zeit am Flughafen, und steuerten diesen an, gaben das Auto ab. Alles ok, also ab zum Lufthansa Schalter. Wir ergatterten noch Notausstiegsplaetze – das ist der Vorteil wenn man viel zu frueh da ist. Dann suchten wir uns eine ruhige Ecke, packten die Laptops aus und verbrachten die Wartezeit mit Surfen, Donutsessen, restliche Getraenke runter schlingen und haeufigen Toilettengaengen. *lach* Irgendwann wurde es Zeit und wir gingen durch die Sicherheitskontrollen. Unser Flieger war schon da (ok, das wusste ich, da ich es im Internet schon verfolgt hatte), die Crew kam mit uns zeitgleich zum Gate, so konnte es puenktlich losgehen. Ebenso puenktlich landeten wir dann nach 12 Stunden wieder in Frankfurt. Ziemlich muede schleppten wir uns bis abends durch und schliefen 12 Stunden am Stueck, danach gings uns bestens.


 

© Susanne Weber 2004 - 2013