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Mts State Tour

Dies war unsere grosse Tour durch die Rockies, beginnend in Denver, u.a. durch den Yellowstone NP und nochmals an den Grand Canyon. So sah die Tour aus:


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Der Routenverlauf (netto):

 

Tag 1:
Ankunft Denver
 


Tag 2:
Denver –>Moab, UT: 553 km – ca. 5 Stunden, 58 Minuten
(Besichtigung:  bei genuegend Zeit: durchs Colorado National Monument, definitiv: dann ueber UT 128 – eine der schoensten Scenic Route der USA via Fisher Towers)
 


Tag 3:
Arches National Park
 


Tag 4:
Moab, UT –> Monticello, UT: 87,0 km – ca. 58 Minuten
(Besichtigung Canyonland NP – Island in the Sky)
 


Tag 5:
Monticello, UT -> Page: 352 km – ca. 4 Stunden, 1 Minute
(Besichtigung: Comb Ridge, Muley Point, Moki Dugway, Gooseneck, Monumenth Valley)
 


Tag 6:
Page -> North Rim AZ: 198 km – ca. 2 Stunden, 33 Minuten
(Besichtigung: Horshoe Bend bei Page, Glenn Canyon, Antelope Canyon-teuer!)

Tag 7:
North Rim
 


Tag 8:
North Rim AZ -> Cedar Break, UT: 242 km – ca. 3 Stunden, 18 Minuten
(Besichtigung Cedar Break NP, vorher event. Coral Pink Sand Dunes)
 


Tag 9:
Cedar Break, UT -> Salt Lake City: 400 km – ca. 4 Stunden, 6 Minuten
(Besichtigung: Salt Lake City)
 


Tag 10:
Salt Lake City -> Jackson Hole, WY: 486 km – ca. 5 Stunden, 8 Minuten
(Besichtigung: ggf. via Idaho Falls, km und Zeit fast identisch)
 


Tag 11:
Jackson Hole, WY -> Yellowstone National Park: 156 km – ca. 2 Stunden, 3 Minuten
 (Besichtigung: Tenton Park)
 


Tag 12:
Yellowstone
 


Tag 13:
Yellowstone
 


Tag 14:
Yellowstone National Park (OF) -> Sheridan, WY: 425 km – ca. 4 Stunden, 57 Minuten

Tag 15:
Sheridan, WY-> Rapid City, SD: 458 km – ca. 4 Stunden, 56 Minuten
(Besichtigung: Devils Tower, Spearfisch Canyon, Deadwood)
 


Tag 16:
Badlands Nationalpark


Tag 17:
Rapid City, SD-> Chadron, NE: 230 km – ca. 3 Stunden, 14 Minuten
(Besichtigung: Mt Rushmore, Custer SP/Iron Mountain/Needles HWY, Wind Cave SP)
 


Tag 18:
Chadron NE-> Estes Park, CO: 458 km – ca. 4 Stunden, 58 Minuten
(Besichtigung: event. Chimney Rock NHS, Scotts Bluff Nat.Mon.)
 


Tag 19:
Estes Park, CO -> Granby, CO: 97,0 km – ca. 1 Stunde, 37 Minuten
(Besichtigung: Trail Ridge Road im Rocky Mountains NP)
 


Tag 20:
Granby, CO -> Colorado Springs, CO: 370 km – ca. 4 Stunden, 51 Minuten
(via Lovelandpass und Royal Georg Bridge)
 


Tag 21:
Colorado Springs, CO -> Denver, CO: 110 km – ca. 1 Stunde, 17 Minuten
(Besichtigung: Pikes Peak, CO)
 


Tag 22:
Denver
(Besichtigung: Capitol Denver)
 


Tag 23:
Abflug Denver
 

 

Hier der Reisebericht:

9.6.2012:
Nach einem guten deutschen Fruehstueck und Restpacken gings zum Flughafen Frankfurt. Da es zuvor Probleme gab mit dem Webcheckin von Icelandair waren wir etwas fruehzeitiger am Flughafen als noetig (ich konnte meine beiden Flugsegmente komplett einchecken, Thomas hindoch wurde nur fuer die Strecke nach Island eingecheckt, die Hauptstrecke nach Denver fehlte). Also ab zum Schalter – seit langem mal wieder ein Flug ab Terminal 2. Hier klappte alles problemlos, so gingen wir dann noch schnell etwas essen, denn auf den beiden Fluegen gab es ja nur die Getraenke kostenlos. Spaeter dann Abmarsch zum Gate. Die Maschine stand auch schon da, sie trug den Taufnamen Grimsvötn. Da klingelte es doch bei mir … das war doch dieser Vulkan der im Mai 2011 ausgebrochen ist. Nein, nicht der Eyjafjallajökull der Europa eine Woche lang lahmlegte. Grimsvötn schaffte nur ein paar Tage Chaos. Na hoffentlich war das kein schlechtes Omen, auch wenn alle Icelandair Flugzeuge Vulkannamen tragen. Aber alles lief gut, wir landeten bei 10 Grad auf Island. 70 min Umsteigezeit, nicht viel, fuer Reykjavik aber vollkommen ausreichend, schliesslich ist der Flughafen nicht sehr gross. Aussteigen, durch die Passkontrolle, allerdings fuer Thomas mit einer extra Kontrolle. Er wurde rausgezogen und musste eine Untersuchung seines Handgepaecks auf Sprengstoff erdulden. Die TSA, also die Verkehrssicherheitsbehoerde der USA schreibt dies fuer eine gewisse Anzahl von Passagieren stichprobenartig vor. Nun denn – es ging recht schnell und tat auch gar nicht weh, erklaerte mir nun aber den Grund des fehlgeschlagenen Webcheckin. Denn auf der Bordkarte war ein entsprechendes Zeichen aufgedruckt, dass per Textmarker hervorgehoben wurde, damit die Kontrolleure in Island die Auserwaehlten aussortieren konnten. Nach der Kontrolle zeigte uns eine Infotafel – unser Flug nach Denver hat 30 min Verspaetung. Na so ein Mist! Dieses Delay kam aber „nur“ daher zu Stande weil eine Maschine (vermutlich) aus Mailand noch nicht puenktlich eingetroffen war, man wartete also auf diese. Der Pilot gab aber Tempo und wir holten die Verspaetung fast auf. So landeten wir einigermassen puenktlich in Denver. Raus ausm Flieger, und los zur Immigration, bevor die anderen Passagiere eintreffen und die Schlange immer laenger wird. Wir schafften es somit recht zuegig zu einem sehr freundlichen Officer, der uns die Einreise erlaubte. YES! Wir waren wieder in USA! Derweil der neunte Urlaub dort, wie ich mal ueberschlug. Das leidige Warten auf die Koffer hatte auch bald ein Ende und wir konnten die Mietwagenstation aufsuchen und unseren Leihwagen abholen. Diesmal hatten wir auf Grund von einigen Schotterpisten die unsere Route enthaelt einen SUV angemietet. Die Entscheidung war goldrichtig, denn wir trafen noch auf viel mehr Schotterpisten als meine Planung vorsah. In der Choiceline suchten wir uns einen Ford Escape aus, sozusagen unseren Fluchtwagen. ;-) Damit traten wir dann die erste kleine Reise von ca. 30 Meilen an – einmal auf der Autobahn durch die Stadt ans andere Ende von Denver. Die Wahl der Lage  des Hotels war bewusst so gewaehlt, denn schliesslich fuehrte die Reise erst mal westwaerts, so sparten wir uns die 30 Meilen von Ost nach West am naechsten Tag. Im Hotel angekommen war es Ortszeit bereits halb zehn Abends (deutsche Zeit: + 8h), dennoch machten wir uns nach dem Einchecken gleich noch auf den Weg zum naechsten Supermarkt um das Noetigste fuer die Reise einzukaufen. Einen aktuellen Strassenatlas, mit dem wir bereits in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht haben, Wasser, Notverpflegung fuer Unterwegs und noch ein paar Kleinigkeiten mehr. Dann aber endlich ins Bett – todmuede. An Schlaf war jedoch erst mal nicht zu denken bei diesem total ueberdrehten Tag. Und die Nachtruhe war auch nicht wirklich gegeben, sowie um 6 Uhr in der Frueh bereits vorbei. Damit starteten wir den naechsten Tag:

10.6.2012
Da wir auf Grund des Jetlags nicht lange schliefen, flatterten wir frueh aus den Federn und gingen zum hoteleigenen Fruehstueck. Nun ja, Fruehstueck ist in USA immer so ne Sache, wobei sowohl die Quantitaet als auch die Qualitaet mit den Jahren immer besser wird. Frueher gab es in aller Regel nie kostenloses Fruehstueck im Hotel, und naja, sonderlich schmackhaft war es auch nicht. Auch heute noch besteht das Fruehstueck meist aus Muffins oder Donuts, gerne auch beides, Cerealien in allen moeglichen Kombinationen, Haferflocken, Toastbrot, Marmelade und natuerlich (inzwischen einigermassen geniessbarem) Kaffee. Wurst, Kaese sieht man im Grunde nie. Neuerdings scheint es der Trend zu sein hartgekochte Eier zu praesentieren und Waffeln zum selber machen. LECKER! Nun aber zurueck zum Fruehstueck im ersten Hotel. Dieses bestand leider nur aus Kaffee, Haferflocken und Donuts. Letzters aber war die Wucht! Selbstgemachte Donuts! Selten so leckere Donuts gehabt. Davon packten wir uns fuer den Tag auch gleich noch welche ein, diesen Genuss wollten wir uns nicht entgehen lassen! Nun aber auf ins Abenteuer, der Beginn des Urlaubs wartet. Also schnell die Koffer ins Auto und los geht’s. Die erste Station war das Outlet in Silverthorne. Leider jedoch waren wir 40 min zu frueh – es hatte noch nicht auf. 40 min warten? Nur um zu Shoppen? Nein! Dafuer war die Zeit zu schade und wir hatten heute ein ganz schoenes Stueck Weg vor uns und zu bewaeltigen. Wir hielten spaeter an einem Supermarkt um noch frische Fruechte zu kaufen, so wie andere Kleinigkeiten die wir am Abend zuvor vergessen hatten. Die Autobahn Richtung Westen fuehrte mitten durch die Rocky Mountains und wand sich wie ein Aal – gar nicht ueblich fuer eine amerikanische Autobahn. Nach 400 km erreichten wir das Colorado National Monument. Ein netter Abstecher, fuer den uns aber die Zeit fehlte. Hier gibt es wie so oft im Suedwesten rote Steinformationen, Canyons und einfach tolle Aussichten zu sehen. Fuer uns reichte es nur zu einer kleinen Stippvisite, hauptsaechlich aber auch um den Nationalparkpass zu kaufen. Dieser gilt in allen Nationalparks der USA fuer ein Jahr und ist bedeutend guenstiger als saemtliche Eintritte der anvisierten Parks auf dieser Reise einzeln zu bezahlen. Damit ausgeruestet fuhren wir weiter bis zum Abzweig der Strasse UT128. Diese soll (und ist) wohl einer der schoensten Routen der USA sein. Wir wurden nicht enttaeuscht! Wir kamen uns vor wie in einem etwas zu klein geratenen Grand Canyon, parallel zum Colorado Rivers zogen wir unsere staunenden Augen entlang. Dann erreichten wir die Fisher Towers. Hier hatte ich eine kleine Wanderung geplant. Also Wanderschuhe hervor gekruschelt, angezogen und losgetapert. Dies stellte sich jedoch schwieriger dar als gedacht, denn wir folgten einem Trampelpfad. Scheinbar war dies aber nicht der richtige Weg um an das Ende des Wanderweges zu gelangen. Wir irrten umher und gaben dann nach einer Stunde schliesslich auf. Ein Stueck gelaufen waren wir ja dennoch und hatten die Fisher Tower im Blick. Zum Endziel des Tages, die kleine Stadt Moab im Staat Utah war es nicht mehr weit und unser Hotel war bereits am Ortseingang anzutreffen. Somit also Einchecken, Auspacken, Bier kalt stellen, das anvisierte Restaurant im Internet anschauen um zu wissen wie weit es zu laufen ist, und losziehen! Ein Pizzabueffet erwartete uns, dazu gabs leckeres Bier. Rundum satt fielen wir bald darauf auch schon in unsere Hotelbetten.
11.6.2012:
Auch diese Nacht war kurz. In diesem Hotel erwartete uns ein Fruehstueck was ein bisschen reichhaltiger ausfiel als das der letzten Lokation. Danach: rein ins Auto und die wenigen Meilen zum Parkeingang des Arches Nationalparks gefahren. Wie immer folgte ein Foto des Willkommensschildes. Oder sollte ich besser sagen: es sollte folgen? Dabei stellten wir naemlich fest dass wir eine der Kameras im Hotel vergessen hatten. Aaaahhhhgggrrr – also wieder zurueck. Zum Glueck wars ja nicht weit. Naechster Anlauf … Wir schraubten uns hinterm Parkeingang die Serpentinen hinauf auf das etwas hoeher gelegene Plateau. Der erste Stopp folgte dann am La Sal Mountains Viewpoint. Von hier konnte man recht gut erahnen wie der Park aufgebaut ist. Im Vordergrund konnten wir „The Tower of Babel“, „Sheeprock“ und „Three Gossips“ erkennen, alles Gesteinsformationen deren Namen dem Erscheinungsbild aehnelt. Nach kurzer Fahrt erreichten wir dann unser erstes kleines Laufziel – den Balanced Rock. Von der Erosion ausgewaschen balanciert hier ein Felsbrocken auf einer duennen Felsnadel. Diese Konstruktion musste natuerlich einmal umrundet werden. Dauerte aber nicht sehr lange, wir hatten ja auch noch andere Ziele im Park auf der ToDo-Liste. Also weiter zum noerdlichen Ende des Parks an den Devils Garden Trailhead. Jetzt waehrend ich den Reisebericht schreibe wird mir gerade klar warum dieser Bereich Teufels Garten genannt wird – die Tortur die wir hinter uns haben erklaert alles. Denn hier hatte ich einen knapp 7 km langen Wanderweg heraus gesucht. Die Betonung liegt auf WANDERweg … Die dazu gehoerige Beschreibung lautet: Difficult with many short elevation changes, rocky footing, some exposure to heights.  Klang fuer mich nicht weiter dramatisch. Bis zum Landscape Arch - ein toller von der Erosion geschaffener freischwebender Steinbogen - war er das auch nicht. Hier war lediglich Sand unter unseren Fuessen, welcher ein bisschen das Vorankommen hinderte. Dann aber wurde aus der Wanderung eine Kletterung! Zwar alles ohne Seil oder dergleichen machbar, teilweise aber schon sehr steil und eine reine Kraxelei. Aber was soll ich sagen!? Die Muehe hat sich gelohnt! Sie hat sich sowas von gelohnt! Nicht nur die Blicke die man unterwegs hatte waren fantastisch. Das Ziel, der „Double-O-Arch“, war einfach so schoen anzuschauen wie ich es mir nicht ertraeumt hatte. Man kann die Bezeichnung woertlich nehmen – es sind zwei O-foermige  Loecher in einer Steinwand. Das untere O ist etwas kleiner, das obere O groesser. Durch das untere O konnte man hindurch krabbeln, und das taten wir auch. Auf der anderen Seite war Schatten – welch eine Wohltat! Ausruhen, Essen, Trinken, Sonnencreme nachlegen. Letzteres half aber eh nix mehr. Ich hatte mir bereits meine Nacken maechtig verbrannt, obschon ich ihn zuvor eingecremt hatte. Aber der Rucksack mit den Getraenken zerrte am Shirt und legte ungeschuetzte Stellen frei. Leider bemerkte ich das viel zu spaet – die Schmerzen in den naechsten Tagen erinnerten mich regelmaessig an meine Dummheit … (normalerweise nutze ich beim Wandern einen anderen Rucksack) Nunja, was solls, der Rueckweg musste auch bestritten werden, teilweise im Rutschen, da es so steil war. Heil unten und wieder am Auto angekommen stand nun ein weiterer Parkabschnitt auf dem Plan – die sogenannte Windows-Section. Hier konnte man gemuetlich umherlaufen und die diversen Boegen/Fenster betrachten ohne grosse Muehe zu haben dort hin zu gelangen. So sahen wir Turret Arch, Noth und South Windows und den Double Arch. Langsam naeherte sich die Essenszeit und wir verliessen den Park. Suchten uns ein Fastfood Restaurant und landeten danach erst mal im Hotel. Wir hatten noch ein wenig Zeit bis zum naechsten Event des Tages. Die Wanderung zum Delicate Arch, der Koenig der Boegen im Park. Dieses Highlight soll man sich am besten zum Sonnenuntergang ansehen, denn dann wirken die Farben am besten. Am Morgen hatten wir uns im Visitorcenter noch die Sonnenuntergangszeiten geholt, somit wussten wir wann wir aufbrechen mussten. Gesagt getan, also wieder in den Park rein, zum Parkplatz an der Wolfe Ranch und die 2,5 km bergauf in 40 min abgestiefelt. Zeitangabe normalerweise: 45-60 min. ;-) Es reichte noch um den wunderschoenen Bogen von der Sonne angestrahlt zu sehen. Ein Wahnsinns-Erlebnis! Sowas Schoenes! Kein Wunder findet man diesen Arch als Bildnis auf den Auto-Kennzeichen des Staates Utah. Oft gesehen, und endlich mal das Original erblickt! Als die Sonne sich hinter den Bergen versteckte brachen wir schnell auf, der Rueckweg ist ja lang und die Sonne konnte diesen ja nicht beleuchten. Um nicht komplett im Dunkeln zurueck laufen zu muessen gaben wir auch hier wieder Tempo, kamen aber dennoch im Stockdunkeln erst ans Auto zurueck. Ein Tag mit vielen tollen Steinen ging zu Ende und unsere Kraft auch. Das Hotelbett rief und wir sagten Gute Nacht.
12.6.2012:
Was soll ich sagen, natuerlich war das Jetlag immer noch am Kaempfen und schmiss uns frueh ausm Bett. Wie gut dass ich das alles in meiner Planung beruecksichtigt habe und die laengeren Strecken an den Anfang der Tour legte. ;-) So packten wir die Koffer ein und verliessen Moab. Heute stand der Canyonlands Nationalpark auf der Liste, den wir nach ca. 45 min erreichten. Bzw. besser gesagt den „Island in the Sky“ District fuer den ich mich bei der Planung entschied, denn der Park hat insgesamt drei Districts. Der erste Anlaufpunkt war der Mesa Arch. Wieder ein Arch also. Hier fuehrte ein kurzer 30 min Wanderweg hin. Easy zu laufen. Nicht so easy war der Umstand der kleinen Beisser die staendig um mich waren. Bloede Stechfliegen die mich nervten. Kaum blieb man an einer Stelle stehen um zu fotografieren war man einem Angriff gewiss. Ggggrrr So tanzte ich also staendig am Mesa Arch herum um nicht als Leiche zu enden, leer gesaugt bis auf die Knochen. Achso, das Rumfuchteln dabei natuerlich nicht vergessen! Dennoch schaffte ich es wahrzunehmen dass der Blick hindurch des Arches ein wunderschoener ist, und seit mindestens einem Jahr vor der Reise meinen Bildschirmhintergrund ziert. Eigentlich ist das eine Sonnenaufgangslokation – aber soweit reicht das Jetlag dann nun doch nicht. Wir wollen ja mal nicht uebertreiben, gelle. ;-) Genug des Staunes, weiter zum Upheaval Dome, von dem man noch raetselt wie er entstanden ist. Scheiss egal! Hauptsache es sieht gut aus und war die bergauf Wanderung wert. Ja, war sie! Aber auch hier mussten wir den Blick wieder los reissen, um zum Green River Overlook zu kommen. Der Name sagt alles. Dieser Fluss fliesst ein Stueckchen weiter suedlicher in den Colorado hinein. Um diese Stelle ansatzweise erahnen zu koennen, mussten wir zum Grand View Point Overlook fahren. Hier konnten wir eine Rim-Wanderung vornehmen. Wir liefen also immer am Rand des Plateaus entlang auf dem wir uns befanden. Bei dem Blick nach Sueden wurde dann auch klar warum dieser Bereich, also das Plateau „Island in the sky“ heisst, denn es wirkt tatsaechlich wie eine Insel im Himmel ueber dem restlichen Canyonlands Park schwebend. Vom Rand des Plateaus aus konnte man auch schoen den Needles District sehen, einer der beiden anderen Bereiche des Parks. Leider langte die Zeit nicht mehr um diesen auch zu besuchen, es waere zu weit entfernt gewesen. So hiess das naechste Ziel als wir aus dem Canyonlands Park raus fuhren „Dead Horse State Park“. Er grenzt fast genau an den Canyonlands und bietet fantastische Blicke auf den Colorado und den von ihm geformten Schluchten. WOW!  Ich kanns gar nicht fassen – ein Highlight jagt das Naechste und es ist lange noch nicht vorbei. Wohl aber unser Besuch in diesem Abschnitt, wir muessen los um nach Monticello zu gelangen. Nur ein kleines Kaff, weiter nichts Besonderes. Wir haben es nur zum Uebernachten rausgesucht um am naechsten Tag mehr Zeit zu haben. Die vorerst letzte Nacht in Utah brach heran. Vorher hatten wir natuerlich noch etwas gegessen und unser Hotel bezogen. Hier gabs sogar Kapselkaffee for free. Net schlecht! So langsam kriegen die Amis es mit dem Kaffee auf die Reihe. Ok ok, Kapselkaffee ist jetzt nix weltbewegendes. Aber im Vergleich zu Ihrer „Bodenseh-Bruehe“ von frueher ein riesen Fortschritt! Achja, das Hotel hatte ein Schwimmbad und einen Whirlpool. Muede Muskeln zu lockern macht Spass, also rein ins Wasser!
13.6.2012
Auf diesen Tag war ich gespannt! Endlich fand unser Fluchtwagen seine Bestimmung. Schotterpisten ohne Ende fanden heute den Weg unter seine Raeder. Aber erst mal nach einem Fruehstueck raus aus Monticello.  Lange Zeit passiert nichts, ausser wir die Strasse. Dann aber endlich war die erste Tagesetappe erreicht. Kurz vor dem Moki Dugway (dazu spaeter/gleich mehr) bog rechts eine Schotterpiste ab – der Weg zum Muley Point! Knapp 8 km Schotterweg. Holperdiepolter und wir standen am Abgrund der Ceda Mesa mit Blick auf das (fast) naechste Ziel: dem Monument Valley. Im Hintergrund sah man die Silhouetten der Felsbrocken im Indianerland. Toller Ausblick von dem wir uns aber wieder losreissen mussten. Also Schotterpiste wieder zurueck um gleichwohl auf den Moki Dugway zu stossen, wieder eine Schotterpiste. Diesmal aber nicht eine Stichstrasse die vom Weg abfuehrt, sondern eine hochoffizielle Strasse  der einfach fuer ca. 3 km der Asphalt fehlt. Wer den wohl geklaut hat? Am Ende des Moki Dugways geht’s ab ins Valley oft he Gods. Sozusagen ein kostenloses Monument Valley, jedoch habe ich auf Grund der Aehnlichkeit und der benoetigten zwei Stunden fuer diese Strecke es aus der Planung wieder rausgeworfen. Schade, aber wir konnten es immerhin zuvor von oben betrachten. Dann kam die naechste Stichstrasse. Sie fuehrte zum Goosenecks State Park. Goosenecks (Schwanenhaelse) sind S-foermige Schluchten die von einem Fluss geformt bzw. durchflossen werden. In diesem Fall ist es der San Juan River, wiederum ein Nebenfluss des Colorados (koennte es sein dass uns der Colorado auf der gesamten Reise begleitet? Neeeeeeeiiiiin … nicht doch! Ok, Scherz am Rande). Der San Juan River endet im Lake Powell (aufmerksamer Leser: bitte merken!) Wo war ich gleich? Achja, im Goosenecks SP. Ok, von dort fuhren wir weiter, vorbei an Mexican Hat dessen Ort eine gleichnamige Felsskulptur hat. Also einen Felsen der aussieht wie ein Mexikanerhut. Kurzer Fotostopp und weiter gings zum Ziel weswegen die ganze Route ueberhaupt entstanden ist: dem Monument Valley. Man koennte fast meinen ich lobe das hier in den Himmel als wenns sonst nichts Schoenes mehr gaebe. Nein, so ist das nicht. Aber bei der Rundreise 2009 durch den Suedwesten der USA hat das Monument Valley einfach nicht mehr in die Planung reingepasst, wenn es auch grad mal nur 200 km entfernt lag von der damaligen Route. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Zeit ist knapp und so musste es eben bis 2012 warten, bis es uns kennenlernt. Im Grunde hab ich die komplette Tour rund um das Monument Valley aufgebaut. Also dieses war Pflicht und dann wurde geschaut was kann man alles sich in ca. 3 Wochen sonst noch ansehen wenn man das MV sehen will. Gut, also fuhren wir die Strasse entlang und direkt auf das Monument Valley zu. Man konnte es im Hintergrund schon gut erkennen. Es zog sich und zog sich, aber irgendwann waren wir dann endlich da. Die Indianer, welchen das Stueck Land gehoert, natuerlich nicht untuechtig, haben hier ein Hotel errichtet und ein Visitorcenter. Es wurde Eintritt verlangt (im Vergleich zu anderen Indianer Reservaten ist hier der Preis mit 10 Dollar ein Schnaeppchen) und wir konnten loslegen. Jetzt aber endlich war die Stunde gekommen fuer die unser Fluchtwagen angemietet wurde! Eigentlich einzig wegen diesem Event! Die Indianer, nicht untuechtig … moechten natuerlich lieber ihre gefuehrten (sauteuren) Touren verkaufen. So haben sie auch kein Interesse dran die Sandstrasse die durch das Monument Valley fuehrt mal zu begradigen. Vor allem nicht das erste Stueck! Denn so manch einer ist hier schon wieder umgedreht und nahm sich eine gefuehrte Tour. Es ist wirklich heftig diese Strasse zu fahren, aber nicht unmoeglich. Allerdings frage ich mich wie das die Wohnmobile schafften die ich spaeter sah. Meine Guete! Aber es war ein toller Ride! Geschaukel, Gehoppel, alles war dabei! Und dafuer wurde man durch tolle Felsmonolithe belohnt die man sich anschauen durfte, hieran fuehrte jeweils die Strasse vorbei. Puh, nach dieser 17 Meilen langen Strecke waren wir froh wieder auf Asphalt fahren zu duerfen. Und zwar nach Page. Das liegt im Staat Arizona und ist ca. 2 Stunden entfernt. Hier half uns die Zeitverschiebung. Denn Arizona hat keine Sommerzeit wie Utah oder Colorado. Wir kamen also in Page an und suchten das Red Rock Motel auf. Ich war gespannt was uns erwartete, denn Page hat preislich in den letzten Jahren stark angezogen und ich war nicht wirklich gewillt die Unsummen die hier inzwischen verlangt werden zu zahlen. Allerdings war das Red Rock Motel aelteren Datums, genauso wie sein Besitzer. Aber es war absolut ok! Lustig war noch die Bezahlung. Die Suite sollte 66 Dollar kosten inkl. Tax. Was ich beim Buchen nicht wusste: Es gibt Rabatt wenn man bar bezahlt. So lag der Barzahlpreis bei 60 Dollar. Da wir damit nicht gerechnet hatten zaehlten wir unser Bargeld ob es denn langt. 59 Dollar befand sich bar in unserem Besitz … Was sagt der Besitzer: Passt schon! Das fand ich ja mal ne geile Nummer! Er erklaerte uns noch wo wir was im Ort finden. Ich fragte ihn nach dem chinesischen Bueffet von dem ich vor der Reise schon so viel gelesen hatte. Er kringelte uns alles ein und an im kopierten Stadtplan. So zogen wir dann auch alsbald los, erst zu einem Supermarkt, und dann zum Chinesen. Das Bueffet war gut und wir platzen hinterher. Also auch ich empfehle es gerne weiter! Nun konnten wir einen Verdauungsspaziergang benoetigen. Diesen erledigten wir an der Staumauer des Glen Canyons. Auch dies ist ein Ziel welches wir bei der letzten Rundreise haarscharf verpassten. Es war bereits dunkel, viel konnten wir nicht sehen, aber das war auch eigentlich erst fuer den naechsten Tag vorgesehen.

14.6.2012:
Dieser brach ebenfalls frueh herein. Umso besser, denn so hatte der Supermarkt noch eine gute Auswahl von Donuts und Stueckchen. Bei Starbucks (gleich wohl im Supermarkt installiert) holten wir noch einen Kaffee und zogen damit vor unsere Moteltuere. Hier hatten wir am Abend schon unser Bier geschlabbert, nun schlabberten wir den Kaffee und verdrueckten die suessen Teile. Koffer einpacken, und das erste Highlight von Page aufsuchen – den Horseshoebend. Der Colorado-Fluss (ja, der schon wieder!) schlaengelt sich hier durch eine hufeisenfoermige Felsspitze (sozusagen ein einsamer Gooseneck – merke: eine Kurve = Horseshoebend, zwei oder mehr Horseshoebends ergeben einen Gooseneck). Dieser Horseshoebend ist allerdings der Schoenste den wir besichtigt haben. Vor allem wenn mans richtig macht und am Vormittag dort ist. Da steht die Sonne am besten zum Fotografieren. Dann folgte der Abmarsch zur naechsten Indianer Abzocke – dem Antelope Canyon. Und zwar dem Lower Antelope Canyon. Dieser ist wenigsten nicht so touristenueberfuellt wie sein Kumpane Upper Antelope Canyon, aber nicht minder guenstiger. Der Indianer, nicht untuechtig, verlangt 26 Dollar pro Nase, nur damit man hindurch laufen kann, durch den Slot Canyon der unglaublich schoene Wellenformen aus Stein zeigt. Mit der richtigen Belichtung kommen hier fantastische Fotos zu Stande. Der Einstieg ist sehr sehr eng, auch ist der Verlauf des Canyons sehr eng, weswegen die meisten Touristen lieber den breiten Upper Canyon aufsuchen. Wir ergatterten einen Fotopass (was nicht so leicht ist, man muss eine Profikamera-Ausruestung vorweisen) so konnte wenigstens einer von uns geniale Bilder in aller Ruhe erzeugen. Der andere Teil, ich, ging mit der gefuehrten Tour samt Indianer durch den Slotcanyon. Sollte hier einer leichte Ironie herauslesen bzgl. Indianern: nnneeeeeiiiiinnnn …. Wie kommt Ihr auf sowas? Aber: sie haben echt schoene Reservate. Tolle Landschaften die einen das Staunen lehren und fast der Atem wegbleibt bei so viel Schoenheit! Unglaublich was die Natur im Stande ist zu Schaffen! Nachdem wir also den Antelope Canyon durchlaufen hatten fuhren wir an den Lake Powell … (sagte ich nicht: aufmerksamer Leser: merken!?, Richtig, jener See in den der San Juan River fliesst. U.a. natuerlich, denn hauptsaechlich speist den Lake Powell der Colorado). Der Lake Powell ist ein Naturschutzgebiet, lustigerweise, denn einer der Natursuenden der USA staut ihn auf, der Glen Canyon Dam, an dem wir abends zuvor bereits spazieren gingen.  Schoen anzuschauen ist der Lake Powell aber allemal, und auch die Staumauer macht was her. Zu dieser fuhren wir als naechstes. Eine Fuehrung machten wir nicht mit, wir hatten ja noch eine Strecke von zwei Stunden Fahrt vor uns, naemlich den Weg zum Grand Canyon. So fuhren wir von Page aus eine uns bereits bekannte Strecke. So manches erkannte ich wieder, manches jedoch hatte sich wohl nicht so intensiv ins Gedaechnis gebrannt. Ich wusste aber noch dass es eine wunderschoene Strecke war, und auch diesmal zeigten sich die Vermillion Cliffs in einem schoenen Licht. Und weiter gings zum North Rim des Grand Canyon. Durch ein ellenlanges Waldstueck fuhren wir, bis wir endlich an die Lodge kamen, die einzige Uebernachtungsmoeglichkeit am North Rim. Zeitlich reichte es gerade noch so um einzuchecken, um dann den Sonnenuntergang im Grand Canyon zu sehen. Auch beim letzten Besuch am Grand Caynon war das einer der schoensten Sonnenuntergaenge die ich je gesehen habe. Danach und viele Aaahs und Ooohs spaeter suchten wir unser Zimmer. Recht nett gemacht. Wenn man beim Platzhirsch bucht kann einen ja alles erwarten, aber wir waren zufrieden. Auch wenn wir uns ein Bett teilen mussten, es war aber immerhin Queensize, also durchaus noch machbar. Wir kuehlten unser Bier, raeumten das Auto aus, und bis wir fertig waren, war das Bier kalt, wir durstig. Also das Hinterteil auf die Bank geschwungen die vor dem Zimmer steht und die Nacht wirken lassen.

15.6.2012:
Ein neuer Tag erwacht, Susi auch. Kaffeemaschine im Zimmer angeworfen, Muffins hervorgeholt und gefruehstueckt. Natuerlich auf dem Baenkchen vor dem Zimmer. Fein! Nun erwartet uns das Gegenstueck der 2009er Reise, naemlich der North Kaibab Trail. Da wir ja am North Rim sind war das Gegenstueck in 2009 – richtig: der South Kaibab Trail. Dieser hatte uns damals aeusserst gut gefallen und so liefen wir voller Hoffnung in Wanderklamotten los, nachdem wir den Trailhead mit dem Auto aufgesucht hatten. Da es staubtrocken war, staubte auch der Sand unter unseren Fuessen gewaltig. Es liefen die ueblichen Badeschlappen-Fraktionen an uns vorbei *kopfschuettel* in einem Tempo welches ihnen spaeter noch zu schaffen machen sollte. Aber das war nicht unser Problem. Unseres bestand eher darin, dass dieser Trail, warum auch immer, total ueberlaufen war, voll mit Leuten die die Natur kein bisschen respektieren, und ich mich fragte wieso sie ueberhaupt hier sind. Zudem waren mehrere Muli-Gruppen unterwegs. Immer und immer wieder mussten wir zur Seite treten um die Mulis durch zu lassen. Es war einfach kein schoenes Wandern. Zwar erreichten wir den ersten Haltepunkt und gingen auch noch ein bisschen weiter. Aber den anvisierten zweiten Punkt liessen wir dann doch auf Grund der Massenauflaeufe lieber sein und drehten auf halbem Wege um. So hatten wir nun also einen abgebrochenen Wandertag. Zwar hatte ich fuer den Nachmittag noch Sightseeing geplant, welches wir dann auch durchfuehrten. Aber etwas enttaeuscht gingen wir erst mal aufs Zimmer zurueck, und fuhren dann spaeter zum General Store. Dies erwies sich als ein Gluecksfall, den hier nahm unser Urlaub bzgl. dem Thema Fruehstueck eine andere Wende ein. Wir entdeckten hier naemlich Cornflakes und Milch (ok klar, nichts weltbewegendes, aber uns inspirierte dies fuer unsere weiteren Hotelbuchungen ohne Fruehstueck inkl.). Zudem entdeckten wir Nudelsuppen im Becher (bei uns wuerde sie 5 min Terrine heissen) – praktisch fuer Abends. Und als Mittagessen machten wir uns in der dortigen Mikrowelle einen tiefgefrorenen Burrito warm. So langte uns abends das Sueppchen mit nem Bier. ;-) Achja, einen Kaffee nahmen wir auch noch nach dem Burrito und fuhren dann los, erst mal zur Lodge (also unser Hotel). Diese wurde uebrigens bereits um 1927 gebaut und hat einfach Flair. Alles ist aus Holz und zudem gibt’s im Kaminzimmer ein tolles Panorama-Fenster gerichtet auf den Bright Angel, eine der Haupt-Seitenschluchten des Grand Canyon. Nach einer Pause im Hotel schwangen wir unsere Beine wieder ins Auto um die ganzen Viewpoints entlang des Rims anzuschauen. Wie auch schon am South Rim bieten diese eine atemberaubende Sicht in die Schlucht und auch auf den Colorado. Dennoch ist es hier irgendwie so ganz anders als auf der gegenueberliegenden Seite. Man steht meist nicht direkt am Abgrund, und es ist viel gruener. Zudem ist es hoeher und damit auch kuehler. Aber wie auch immer, beide Rims haben ihren Reiz und ich bin froh, trotz dem verpatzen Hike auch diese Seite des Grand Canyons gesehen zu haben. Wir ueberlegten ob wir bis zum Sonnenuntergang am aeussersten Zipfel bleiben sollten, oder ob wir zurueck fahren zur Lodge. Wir entschieden uns auf Grund der fruehen Uhrzeit fuer Letzteres und traten den Rueckweg an. Auch diesmal wieder ein schoener Sonnenuntergang, aber leider der letzte am Grand Canyon. Wer weiss - ob ich ihn nochmals erleben darf irgendwann? Es waere zu schoen! Dann schluerften wir unsere Nudelsuppe und das Bier und belagerten das Bett.

16.6.2012:
Nachdem wir ja nun Cornflakes als unser Fruehstueck entdeckt hatten gab es diese, zusammen mit Kaffee und …. einer Nudelsuppe! ;-) Ich dachte mir: wenn die Chinesen jeden Morgen regelmaessig (zumindest in Ihrer Heimat) eine Huehnersuppe essen koennen, dann kann ich mir bestimmt auch eine Nudelsuppe antun. Und ich muss sagen, es tat gut in der Frische der Frueh auf dem Baenkchen eine solche zu sich zu nehmen, gut blieb sie am Abend ueber, denn mehr als eine Suppe packte ich da nicht. Danach brachen wir auf um nach dem Auschecken unser weiteres Etappenziel zu erreichen. Wir wollten zum Cedar Breaks National Monument. Aber erst mal mussten wir lange fahren, und wir kamen immer tiefer und tiefer und es wuerde immer waermer und waermer. In Kanab machten wir kurz Station um einen kleinen Happen zu essen. Weiter gings dann auf wiederum einer uns bereits bekannten Strasse. Sie fuehrte uns vorbei an dem Zion Nationalpark und am Bryce Canyon welche wir 2009 besuchten. Nun aber fuhren wir ein Stueck weiter zum Cedar Breaks. Ein aehnliche Formation wie der Bryce Canyon, sozusagen die kleinere Schwester, aber nicht minder schoen und ebenso bezaubernd. Gross ist das Monument nicht, so konnten wir eine Wanderung durchfuehren die ich zuvor auch schon geplant hatte. Der Spectra Point lieferte einen tollen Blick in das Amphitheater des Monuments. Man konnte sich gar nicht satt sehen an den hauptsaechlich roten Felsen. Just als wir schon fast wieder gehen wollten, kamen wir mit einem Ehepaar aus Canada ins Gespraech. Wir verquatschten uns, bestimmt eine halbe Stunde lang mit ihnen, und kamen so zeitlich etwas ausser Trapp. Nun aber los, den Weg zurueck und weiterer Viewpoints des Mouments besichtigt. Ok, es waren nur noch zwei, denn Cedar Breaks ist klein. Aber dafuer wunderschoen! Da die Strasse nach Cedar City wegen eines heftigen Erdrutsches bereits seit November des vorherigen Jahres gesperrt ist, konnten wir diesen Weg nicht nehmen. Schade, er soll sehr schoen sein. Vielleicht kann ich das ja irgendwann mal selbst ueberpruefen. So jedenfalls habe ich meine urspruengliche Planung in Cedar City uebernachten zu wollen  vor dem Urlaub umgeworfen und eine Bleibe in einem kleinen Nest namens Parowan reserviert. Dort fuhren wir nun hin, denn man konnte einen anderen Weg nehmen als die gesperrte Strasse nutzen zu muessen, kamen so noch durch den Wintersportort Brian Head und spaeter dann im genannten Parowan an. Hier gibt’s nichts zu sehen, aber etwas zu Essen. Also Magenversorgung fassen und zum Hotel, welches einen Indoorpool und Whirlpool bietete. Sehr schoen, unsere Schwimmsession war gesichert. Im Pool trafen wir eine deutsche Familie, die wir mit vielen Tips unserer vergangenen und jetzigen Reise versorgten, da sie merkten dass wir uns in deren Zielgebieten auskennen und uns nach unseren Erfahrungen fragten. Nach dem Schwimmbadaufenthalt riefen ein paar Chips und das Bier, danach das Bett.

17.6.2012:
Nach einem Fruehstueck mit leckeren Waffeln (immer wieder ein Highlight fuer mich) UND hartgekochten Eiern *staun* fuhren wir auf die nahegelegene Autobahn, die uns schnurstracks nach Salt Lake City fuehrte. Nicht nur die Hauptstadt des Staates Utahs, sondern auch die Hauptstadt der Mormonen. 400 km lag diese entfernt, und so kamen wir in den Mittagsstunden in der Stadt am grossen Salzsee an. Unser Hotel hatte etwas Muehe mit unserer fruehen Anreise, aber wir bekamen dennoch schon unser Zimmer, welches einem Tanzsaal glich und eine gute Ausstattung hatte. Wir waren schlichtweg begeistert. Mussten uns aber dann doch mal wieder vom Zimmer trennen, denn wir wollten ja auch noch was von der Stadt sehen. Ums Eck des Hotels fuhr die Strassenbahn welche direkt in die Stadt fuehrte, zum Temple Square, und das sogar kostenlos! Ich muss sagen, ich bin in letzter Zeit eh stark von den Amis ueberrascht wie sehr sie doch ploetzlich auf Umweltschutz machen. Ok, nicht so extrem wie bei uns, aber immerhin – es tut sich was! Nun, wir strassenbahnten also zum Temple Square, das ist der zentrale Platz der Stadt, bzw. der Mormonen Heiligtum. In den „Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ duerfen Nicht-Mormonen leider nicht hinein, aber im Welcome Center sieht man eine Nachbildung des Tempels, auch mit dem Inneren dessen. Zuvor hab ich gelesen dass die Mormonen einen gerne bekehren (moechten) und aufdringlich ansprechen wuerden sobald man im Temple Square umher wandelt. Dies kann ich jedoch nicht bestaetigen und wir schauten uns in Ruhe um. Leider, da Sonntag, war das kirchliche Verwaltungsgebaeude geschlossen. Dies ist ein Hochhaus und man kann unter der Woche auf die Dachterrasse. Schade, der Blick von oben auf die Stadt und den grossen Salzsee haette mich sehr interessiert. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben … Wir liefen also immer um den Tempel herum, als wir dann meinten alles gesehen zu haben wollten wir zum Capitol, also dem Regierungsitz des Staates Utah, stellten aber fest, dass das zu Fuss zu weit war in der Hitze. Wir schauten uns an wohin die Strassenbahn ausserdem noch fuhr und sahen dass die Endstation der Bahnhof ist. Da ja sehr oft die Union Stations der Staedte recht schoene Gebaeude sind, fuhren wir also zur Endstation. Hm, das war ein Reinfall, alles voller Baustelle und der Bahnhof nicht zu betreten, bzw. verlagert. Also gleich wieder retour, stiegen jedoch an einem Einkaufszentrum aus, denn wir wollten einen Kaffee schlabbern. Zu unserer grossen Freude entdeckten wir darin Panda Express. Dieses Restaurant hatten wir bei unseren letzten USA Reisen kennen und lieben gelernt, den sie bieten ein ganz leckeres Gericht nach dem man sich die Finger schlecken kann: Orange Chicken. Dazu Chow Mein, das sind chinesische Nudeln. Unsere Ueberlegung war am Abend wieder zu kommen, ich fragte jedoch sicherheitshalber wie lange denn das Zentrum noch offen hat, denn es war schliesslich ja Sonntag und Salt Lake City ist da wohl irgendwie ziemlich verschlafen. Mein Gefuehl truegte mich nicht, sie machen schon sehr frueh dicht. Ein Blick auf die Uhr: das langt alles zeitlich nicht mehr wenn wir noch zum Capitol wollen, davor aber noch das Auto holen muessen. Also machten wir kurzer Hand den Nachmittag zum Abend und genossen Orange Chicken mit Chow Mein, endlich endlich, darauf hatte ich mich schon sooo lange gefreut. Den Kaffee holten wir uns dann im Nachgang neben unserem Hotel wohin wir dann per Strassenbahn wieder gelangten. Dann also mit dem Auto zum Capitol. Zwar auch nur von aussen zu besichtigen, aber die Kuppel erstrahlte im hellen Sonnenlicht und verzueckte mich, so dass es nicht schlimm war dass wir nicht hinein konnten. Von dort fuhren wir dann weiter an den grossen Salzsee. Wir fanden kaum einen Zugang, dann aber doch noch, um irgendwie ans Wasser zu gelangen. Es stank hier fuerchterlich nach abgestorbenen Mikroben oder weiss der Geier was. Trotzdem liefen wir auf salzigen Stellen zum Ufer. Wir hoerten einen Durchsage vom Straendhaeuschen aus, waren aber schon so weit draussen dass wir es nicht verstehen konnten. Naja, nicht weiter schlimm, wird schon nicht so interessant sein … Trugschluss! Wir liefen noch weiter am Wasser lang, kehrten dann aber bald um, gingen zum Auto und ploetzlich fragte mich eine Frau ob das unser Wagen waere, sie wuerden nun schliessen. Ich bejahte und schnallte dann die Durchsage: der Zugang wurde mittels Schranke geschlossen, wir waren also knapp dem Umstand entgangen, dass man uns auf dem Parkplatz „eingesperrt“ haette, zumindest waeren wir mit dem Auto nirgends mehr raus gekommen. Uff! Das war knapp! Wir fuhren also durch die Schranke, und beschlossen einen Supermarkt aufzusuchen, Vorraete auffuellen. Speziell auch weil es in zwei Tagen in den Yellowstone Park ging, hier ist die Versorgung natuerlich auch gegeben aber ggf nicht so wie wir es uns vorstellen. Als wir in den Supermarkt eintraten hauten uns zwei Leute an, ob wir uns fuer die kommende Praesidentschaftswahl registieren lassen wollen. Wir verneinten. Schade, haetten wir mal machen sollen. Lach. Nachdem das Auto nun wieder voll war mit Lebensmittel usw. fuhren wir zum Hotel. Hier gabs auch wieder einen Indoorpool und einen Whirlpool, was wir natuerlich wieder ausnutzen. Und wir entdeckten sogar eine Sauna!!! Leider hatte diese aber eher kalte Temperaturen zu bieten, so dass wir hier schnell wieder fluechteten und die beiden Pools bevorzugten. Danach dann zurueck in unseren Tanzsaal und Augenpflege betrieben.

18.6.2012:
Heute stand ein (fast) reiner Fahrttag an. Bei der Planung hatte ich die Wahl ob wir komplett ueber Land fahren, oder den groessten Teil Autobahn und nur das letzte Stueck ueber Land. Das Ziel hiess Jackson Hole im Staat Wyoming. Ebenfalls ein bekannter Winterort. Ich entschied mich bei der Planung fuer die Ueberlandstrecke, auch wenns hier ausser einem See nichts weiter gross zu sehen gab. Also fuhren wir direkt nach dem Fruehstueck los. Es zog sich wie Hechtsuppe, bis wir endlich zumindest mal den Baer Lake erreichten. Er wurde zwar nicht als Must See dieser Strecke ausgepriesen, aber ein bisschen mehr tolle Landschaft bzw. Sehenswertes an diesem See hab ich schon noch erwartet. Aber so ist das halt wenn man grosse Strecken ueberwinden will, muss man auch mal „langweilige“ Fahrtstrecken in Kauf nehmen, wobei sooo schlimm wie ich immer las fand ich sie dann auch wieder nicht. Nur eben vom Bear Lake hatte ich mir ein bisschen mehr versprochen. Dennoch machten wir hier eine grosszuegige Pause und beobachteten Kolibris bei Ihrer Nahrungsaufnahme. Sehr schoen und lustig anzuschauen. Und weiter gings dann bis Jackson Hole. Hier hatte ich auch schon sehr lange vor der Reise unser Hotel reserviert. Zum Glueck, bzw. ich wusste es ja: wer zu spaet kommt, den bestraft der Geldbeutel. 160 Dollar netto fuer ein simples Motelzimmer ist wirklich heftig! Zum Glueck konnte ich es fuer 40 Dollar guenstiger reservieren, was auch schon sehr happig ist. Aber Jackson Hole nutzt seine exponierte Lage aus, es ist die letzte Uebernachtungsmoeglichkeit vor dem Yellowstone Park. Ich muss aber sagen, dass das Motel schoen hergerichtet ist im Eingangsbereich. Hat man auch nicht oft. Hier stand eine Popcornmaschine bei der man sich kostenlos Popcorn ziehen konnte. Na sowas hab ich auch noch nicht erlebt! Da die Amis das Popcorn eher salzig lieben passt dazu natuerlich ein Bier. Vorher aber fuhren wir noch zum Eingang des Grand Teton Nationalpark (Uebersetzung: grosser Titten Park – kein Scherz, die Entdecker des Parks wurden beim Anblick der Bergkette an den weiblichen Busen erinnert und so bekam der Park seinen Namen). Unsere Hoffnung: Tiere! Hauptsaechlich erwarteten wir Hirsche. Leider aber fanden wir keine. Enttaeuscht zogen wir von Dannen, dafuer wurden wir dann aber in den naechsten Tagen reichlich belohnt mit Wildlife. Dann machten wir uns also uebers Popcorn im Hotel her, ne Dose Bier zischte dazu. Als wir beides geleert hatten vergnuegte ich mich mit einer Waschmaschine und einem Trockner im Hotel, denn die Dreckwaesche im Koffer wurde immer mehr. So klang dann auch dieser Abend aus, welcher sich draussen ganz schoen zugezogen hatte, und es wurde ziemlich kuehl. Ich bangte um den bis dahin immer stahlblauen Himmel, wollte ich doch speziell im Yellowstone Park tolles Fotowetter haben.

19.6.2012:
Unser Fruehstueck nahe der Popcorn Maschine war sehr lecker, weniger lecker aber fand ich die Kaelte die draussen ploetzlich herrschte. Gerade mal nur 10 Grad. Wow! Ok, den Kaelteeinbruch hatten sie vorausgesagt, aber moegen muss man ihn deshalb ja nicht oder? Wenigstens aber hat diese Kaltfront die dicken Regenwolken weggepustet die sich am Abend gesammelt haben und wir hatten schoenstes Wetter, es war eben nur bissi arg frisch. Nun gut, da mussten wir durch, wir konnten schliesslich dankbar sein dass die Sonne lacht. Diese zauberte ein ganz tolles Licht fuer unsere Fotografien im Grand Teton Nationalpark. Oft habe ich ueber den Park gelesen: „is wie in den Alpen, brauch man sich net angucken …“ Nix is! Natuerlich sind schneebedeckte Berge in den Alpen zu finden, aber diese Weite an Grasland die sich davor erstreckt schafft ein vollkommen anderes Bild. Mir hat es unheimlich gut gefallen und ich bin froh die Route dennoch so gestaltet zu haben und nicht vom Westen her in den Yellowstone Park einzufallen, denn so haetten wir die mega Titten nicht gesehen. Kaum waren wir also im Titten Park hatten wir unser erstes Wildlife, und zwar Bisons. Gleich sechs Stueck an der Zahl. Mein Lebtag hatte ich diese Zottelviecher noch nicht live gesehen und war sehr beeindruckt von der Groesse. Wir mussten weiter, wollten ja noch einiges sehen. Es gibt zwei Strassen durch den Park, die am Ende wieder zusammenfuehren. Ich entschied mich bei der Planung der Wegstrecke fuer die oestliche Strasse, denn hier findet man „Schwabacher Landing“, einen sehenswerten Punkt der einfach nur Postkartenidylle liefert. Ich kann mich auch heute noch nicht satt sehen an diesem wundervollen Anblick der Natur. Die Teton Range (also die Bergkette) schneebedeckt im Hintergrund, sich spiegelnd vor mir Wasser und im Verlauf die Kiefernbaeume. Leider aber mussten wir uns auch hiervon trennen, weiter gings zum Snake River Overlook. Der Snake River hat dort eine Biegung, ebenfalls wieder vor der Teton Range, schoen anzusehen. Auch von hier mussten wir weiter und fuhren zum Jackson Lake, hier fuehrten die Strassen wieder zusammen. Wir goennten uns eine kleine Pause, bevor wir dann die Signal Mountain Road zum Signal Mountain hoch fuhren. Der Berg ist 2355 m hoch und bot natuerlich einen Ueberblick ueber den Park, speziell auf den Jackson Lake. Den Berg wieder runter und weiter gen Norden gings danach und der Yellowstone rueckte immer naeher. Bald erreichten wir dann auch den suedlichen Eingang dessen. Wir passierten die Caldera, denn Yellowstone ist ja ein Supervulkan. Natuerlich merkt man davon nichts dass man sich gerade in die Todeszone begeben hat, aber das Gefuehl auf einem hochexplosiven Stueck Erde zu verweilen ist schon spannend. Als naechstes ueberfuhren wir die kontinentale Wasserscheide. Hier trennt sich also der Wasserverlauf der Fluesse. Links der Wasserscheide fliessen die Fluesse in den Pazifik, rechts davon in den Atlantik. Wir fuhren bis Grant Village um im dortigen Visitor Center die heutigen Ausbruchszeiten der Geysire zu erfahren.  Mit Infos gewappnet steuerten wir das West Thumb Basin an. Hier (und natuerlich auch an vielen anderen Stellen im Park) wird einem dann die Kraft des Vulkans der unter einem schlummert bewusst, denn hier kocht es und blubbert es aus ganz vielen Loechern. Schwefelgeruch steigt auf, es dampft und zischt in allen Ecken. Viele Pool haben sich hier gebildet in den verschiedensten Groessen, Farben und Formen. Es fuehren Holzplankenwege um die vielen Erdloecher, denn seine Fuesse, Haende oder sonstige Koerperteile sollte man natuerlich nicht in das heisse Nass stecken – Verbruehungen oder Verbrennungen sind garantiert. Um so erstaunlich fand ich dann die Tatsache, der 5 koepfigen Hirschtruppe zuzuschauen, die ploetzlich aus dem Nichts auftauchten und nur wenige Meter neben uns zu den heissen Pools stolzierten, die sich dort bildenden Mineralien abschleckten und genuesslich in aller Seelenruhe sich stolz den Touristenfotografiermaschinen entgegenstreckten. Grazioes rueckten sie sich immer wieder in Pose, zuengelten weiter an den Salzen, wir waren uns einig: dies sind professionelle Fotomodells, die es gelernt haben sich in Szene zu setzen! Wir nannten sie nur noch „unsere Grazien“. Ich konnte mich an den Maedels gar nicht satt sehen, aber leider wurde es Zeit weiter zu fahren. Noch 27 km trennten uns vom Old Faithful, dem zuverlaessigsten aller Geysire im Yellowstone. Er bricht alle 92 min aus mit einer Differenz von +/-10 min. Zeitlich kamen wir so an, dass wir vor dem naechsten Ausbruch unsere dortige Cabin, also eine einfache Huette, beziehen konnten. Diese hatte ich weit im Vorraus, ca. ein Jahr zuvor bereits reserviert, denn Uebernachtungsmoeglichkeiten im Park sind knapp und schnell vergriffen. Die Cabin war etwas eng, aber ausreichend gross. Fliessend Wasser gabs, aber keine Dusche oder Toilette. War mir beim Buchen aber klar, also keine Ueberraschung. Wir stellten fest dass wir direkt hinter unsere Cabin sogar einen kleinen Geysir hatten und ein Baechlein. Nett! Nach dem Ausladen gingen wir wieder in Richtung der Old Faithful Lodge, diese liegt direkt neben dem Geysir. So langsam fuellten sich die um den Sprudelkocher aufgestellten Sitzbaenke. Jeder wartete auf den Ausbruch. Er war sehr puenktlich muss ich sagen! Der Ausbruch kuendigte sich mit einem sanften Geblubber an, bis er dann aus den Vollen holte und seine ganze Kraft aus dem Erdloch schleuderte. Ein grosse Fontaene (zwischen 30 und 50 m hoch) zeigte sich, die dann immer wieder zusammenbrach und neu aufstieg. Ein nettes Schauspiel von ein paar Minuten Dauer. Als der Spuk vorbei war, liefen wir um das angerenzende obere Basin herum. Auch hier gibt es, genau wie im West Thumb Basin, viele Quellen, Pools und kleine Geysire zu sehen. Leider aber fehlten unsere Grazien. Wir schauten uns die Lodge noch ein bisschen naeher an, zudem gabs auch noch das Old Faithful Inn, ein Hotel mit etwas groesserem Komfort als unsere Cabin es hat, aber natuerlich zu einem hoeheren Preis und eine Huette zu mieten ist doch viel uriger! Das Hotel war aber ebenfalls, genau wie unsere Lodge schoen anzuschauen, aus viel Holz gebaut und verspruehte den Charme der vergangenen Jahre. Nun waren auch schon wieder gut 90 min um, und somit stand der naechste Ausbruch des Old Faithful auf der Uhr. Da der alte Getreue (old faithful), wie sein Name es verheisst wirklich meist sehr puenktlich ist, konnten wir auch diesen Ausbruch bewundern. Dann aber wurde es Zeit fuer ein Essen. In der Lodge gab es ein Schnellrestaurant, wir entschieden uns fuer eine Portion Chili con Carne und eine Portion Makkaroni mit Kaese. Beides nicht der absolute Brueller, aber durchaus geniessbar und preislich noch akzeptabel. Wir spazierten nach dem Essen noch ein wenig am oberen Basin herum und suchten dann unsere Cabin auf. Ich dachte mir ja schon fast dass es in der Nacht frisch werden wuerde, aber dass wir die Heizung anstellen mussten, damit rechnete ich nicht. Also bollerte irgendwann mitten in der Nacht dann das Heizoefchen los, weil wir schon zu Eiszapfen erstarrt waren. Dafuer wurds dann so heiss, dass ich nach dem Aufstehen am Morgen erst mal die Tuer aufriss um wieder frische Kuehle einziehen zu lassen. Alles nicht so einfach, aber genau das wollten wir ja auch: einfaches Leben im Park.

20.6.2012:
Und dieses einfache Leben begann natuerlich mit einem Kaffee welchen wir uns in der Lodge holten, und unseren Cornflakes. Die Milch welche wir zuvor in Salt Lake City gekauft hatten, hatte nun im Kofferraum eine sehr angenehme Kuehle. Mehr als kuehlschrankkalt wuerde ich mal behaupten, welchen wir uebrigens in der Cabin nicht besassen. Dazu gabs noch Muffins, unser Bedarf war reichlich gedeckt. Ein Blick auf die Uhr verriet: der Old Faithful bricht gleich wieder aus! Also nix wie hin, einen Ausbruch vom alten Getreuen wollten wir uns noch geben! Der Geysir spukte zum Abschluss noch mal unzaehlige Wassermengen, bevor wir dann wieder zurueck zur Huette gingen und unsere Sachen packten. Da wir zwar zum Uebernachten im Park blieben, nicht aber in den Cabins des Old Faithful, checkten wir als naechstes aus und liefen dann erst mal das obere Geysirbecken ab. Die erste Station war der Castle Geysir. Ein weiterer Blick auf die Uhr verriet: auch dieser Geysir sollte vermutlich demnaechst ausbrechen. Er bricht alle 10-12 Stunden aus, macht eine Differenz von +/- 1 h. Die Uhrzeit waere so im Mittel 10.15 h gewesen. Gleich nebenan ist noch der Grand Geysir der alle 7-15 Stunden ausbricht, macht also eine Differenz von +/- 4 h. Und er sollte um 10 Uhr reif sein. Nun stellte sich die Frage: was tun? Wohin des Weges? Da wir beide Geysire von unserem Standpunkt recht gut einsehen konnten, entschieden wir uns am Castle Geysir zu bleiben und zu warten, sollte der Grand Geysir spucken, konnten wir ggf. mit schnellem Schritt die Position wechseln. Unsere Rechnung ging auf! Innert kuerzester Zeit blubberte es beim Castel Geysir und er brach aus. Er war somit recht puenktlich und wir gluecklich. Er sah ganz anders aus als der Old Faithful, mehr breiter, dafuer nicht so hoch, so 15 bis 30 m circa, meist eher im unteren Bereich der Spuckhoehe. Er spuckte und spuckte, ein Ausbruch dauert so ca 20 min. Wir entschlossen uns dann aber doch nach ausreichender Zeit weiter zu laufen. Wir schauten was der Grand Geysir so machte … nichts! Hm … Ok, die Differenz von 4 Stunden waren ja auch noch nicht um, erst mal etwas ueber 2 Stunden. Tja, was tun? Warten? Weiter nordwestlich im Geysir Basin gab es auch noch sooo viel zu sehen, vor allem den Morning Glory Pool, einer der schoensten Pools im Park mit tollen Farben. Wir entschieden uns das Geysir Becken zum Morning Glory Pool abzulaufen und nicht weiter zu warten. Wir kamen noch an anderen Geysiren vorbei, die zu den „grossen 6“ zaehlen. Aber hier passten die Ausbruchszeiten mit unseren Anwesenheitszeiten so gar nicht ueberein. Also schlenderten wir gemuetlich die ganzen Springs und Pools ab bis zum farbenpraechtigen Morning Glory Pool. Leider hatten sich am Himmel einige Wolken gebildet, die mir die Fotos des huebschen Pools vermiesten. Warten oder nicht warten? Schliesslich war dieser Pool einer der schoensten Pools ueberhaupt. Schweren Herzens entscheiden wir uns fuer den Rueckzug. Nun standen wir wieder am Grand Geysir. Immer noch, oder schon wieder (?) standen viele Leute nahe des Geysir. War er nun bereits ausgebrochen und sie warteten auf den naechsten Ausbruch? Kann aber doch gar net sein, das wuerde doch noch viel zu lange dauern? Ich schaute mir die Wartenden genauer an und entdeckte einige darunter die zuvor auch schon dort sassen als wir auf dem Hinweg vorbei kamen. Nun war der Geysir aber schon fast mehr als ueberfaellig. Wir geduldeten uns immerhin noch 15-20 min und dann brach er aus! Juhu! Er hat sein Zeitfenster mit 15 min Luft bis zum Anschlag ausgereizt. Wie praktisch fuer uns! Das war allerdings dann auch der letzte der grossen Geysire die wir sahen. Und wieder stand Laufen auf dem Programm, denn wir hatten ja noch nicht alles gesehen vom Geysir Hill, jene leichte Anhoehe die wir am Abend zuvor schon mal kurz in Teilen umrundet hatten. Als wir auch hier (fast) alle Pools und Springs gesehen hatten suchten wir unser Auto auf und machten uns auf den Weg zum 10 km entfernten Midway Geysir Basin. Hier gibt es den Grand Prismatic Spring. Dies ist mit 91 m Durchmesser die drittgroesste heisse Quelle der Welt. Eigentlich wollte ich auf einen naheliegenden Huegel hinaufkraxeln um den Grand Prismatic Spring von oben betrachten zu koennen. Ich hatte mir extra die Wegbeschreibung dorthin muehevoll zusammen gesucht. Leider jedoch, da dies ja eine heisse Quelle ist, steigt natuerlich Wasserdampf auf, der die Sicht auf die Quelle verdeckte. Da wir an diesem Tag grad mal knapp 15 Grad hatten war der Wasserdampf doch recht ordentlich und wir entschlossen uns den langen Weg nicht in Kauf zu nehmen fuer eine Sicht von der wir nicht viel haben werden. Wir wollten die Zeit (ca. 2-3h) lieber fuer andere Dinge investieren. Auch wenn mich das massivst aergerte, muss ich ja schon zugeben. Diese Quelle sieht von oben wirklich toll aus, was ich bisher so auf den Bildern sah. Ein blau gefaerbtes Wasserloch mit rot zuengelnden Auslaeufern. Aber was bringts wenn man vom Huegel aus nichts als Dampf sieht … Also dampften wir ab nachdem wir wenigstens noch kurz dieser Quelle ebenerdig einen Besuch abstatteten. Dann fuhren wir weiter zu den Farbtoepfen (Paint Pots) im Unteren Geysirbecken. Wir nahmen den kleinen Umweg ueber den Firehole Lake Drive, auch hier gabs die ueblichen verdaechtigen zu sehen wie kleine Geysire, Pools und Springs. Ebenso bei den Farbtoepfen. Hier jedoch stank es etwas mehr nach Schwefel als sonst an den anderen Ecken die wir bisher im Park besuchten. Nach den Farbtoepfen ging die Fahrt ins Norris Basin. Zuvor jedoch kamen wir auf dieser Strecke an einer Ansammlung von Autos vorbei. Huch? Was war denn hier los? Mitten im Nichts? Kein Basin, kein Pool, kein Spring weit und breit – es musste was anderes zu sehen geben. Also hielten wir ebenfalls an und stellten das Auto am Strassenrand ab. Watschelten zu der Menschenansammlung und dann sahen wir das begehrte Fotoobjekt: ein Waipiti-Hirsch. Ein stattlicher Bulle gleich hinzu. Er labte sich in einem Tuempel und wir schauten ihm dabei aus nur geringer Entfernung zu, ich schaetze mal so 30-50 m. Ok, ich habe zu Hause direkt im angrenzenden Naturschutzgebiet schon aus kuerzerer Entfernung Hirschbullen um mich herum gehabt, aber dennoch finde ich es immer wieder faszinierend wenn man Tiere in der freien Wildbahn so nahe kommen kann (natuerlich weit genug entfernt damit weder dem Tier noch einem selbst was passiert). Auf unserer im Kopf gedachten Liste machen wir gedanklich einen Haken hinter „Waipiti“ – den hatten wir nun also schon mal vor unsere Linsen gekriegt. Nun aber noch fix das Norris Geysir Basin betrachtet, hier entdeckte ich dann auch meinen danach zum Lieblingsgeysir erkorenen Speier – ein Geysir der unentwegt Wasser in die Hoehe schleudert. Nicht hoch, nicht viel – aber bestaendig im Sekundentakt. Dennoch musste ich mich bald davon trennen, denn es wurde langsam spaet, und wir wollten noch bis Mammoth Hot Springs. Von Norris aus sind das ca. 21 Meilen. Die ganze Tagesetappe betrug netto 51 Meilen, also ca 85 km (damit man mal eine Vorstellung der Groesse des Parks hat). In Mammoth Hot Springs gibt es ein Hotel welches zum Park gehoert. 1937 wurde es errichtet und wird oft von Waipiti-Hirschen aufgesucht. In der Brunftzeit im September ist hier wohl die Hoelle los, bzw. der Bulle. Wir sahen leider keine Hirsche mehr an diesem Tag/Abend. Nachdem wir eingecheckt hatten fuhren wir raus aus dem Park in den Ort Gardinier, welcher grad mal 5 Meilen von Mammoth Hot Springs entfernt ist und im Staat Montana liegt. Hier wollten wir etwas essen und noch andere Dinge erledigen. Wir fuhren also zum Essen in einen anderen Staat. ;-) Wir fanden nicht so recht das was wir wollten, also nahmen wir mit dem Subway vorlieb, der in einer Tankstelle integriert war. Wir lasen einen handgeschriebenen Zettel auf dem Stand: „Sub with Meat Balls“. Ich war etwas irritiert, denn diese Sorte Sandwich war mir bei Subway noch nie unter die Augen gekommen. Wir fragten nach was das denn nun genau sei, ich konnte mir das nicht so recht vorstellen, ein Sandwich mit Fleischbaellchen?! Die Dame zeigt uns einen Topf in dem die Fleischbaellchen in einer roten Sosse schwammen. Ich dachte: na komm, das sieht ganz lecker aus, probieren wirs doch einfach mal! Und es war lecker, und so reichhaltig dass wir fast zu platzen drohten! Schade, diese Variante war wohl eine reine „private“ Abwandlung dieser Subway Station mitten im Nichts wo es im nebenliegenden Supermarkt sogar Huehner- und Kuhfutter zu kaufen gibt – gleich neben den Lebensmittel fuer Zweibeinige (Kuehe und Ochsen). So langsam begriff ich, dass ich mich hier fern ab jeglicher Normalitaet befinde. Montana eben … Wir nahmen uns dennoch einen Sixpack Bier mit, denn auch Steuern muss man in diesem Staat auf Einkaeufe nicht zahlen, das Bier war eh grad leer – so bot sich das an. Zurueck im Hotel (und somit wieder im Staat Wyoming) fanden wir dann auch bald unseren Schlaf.
Kleine Anmerkung: mir wurde vor kurzem berichtet dass in einem deutschen Subway nun auch Sandwiches mit Fleischbaellchen gibt. Die Variante die wir in Gardinier bekamen war aber definitiv nicht das Subway-Standard-Programm!

21.6.2012
Aufgewacht im sparsam eingerichteten Hotelzimmer (immerhin fliessend Wasser, aber ohne Toilette oder Dusche) besorgten wir uns einen dampfenden Kaffee aus der Hotellobby (kostenlos!) und unsere Fruehstuecksvorraete aus dem abgekuehlten Kofferraum. Es gab also wieder leckere Cornflakes und Muffins. Grad um die Ecke des Hotels befinden sich die Sinterterrassen, die Attraktion dieses Bereichs des Yellowstone-Parks. Die Terrassen sind in die oberen und unteren Terrassen eingeteilt und durchaus auch heute noch schoen anzusehen. Frueher war hier wohl noch viel mehr Wasser am Fliessen, die Natur veraendert sich halt mit der Zeit. Aber ich bin froh diesen Punkt mit in die Reiseplanung aufgenommen zu haben und konnte so die Sinterterrassen mit ihrer manchmal vermeintlichen Schneelandschaft geniessen. Wir fuhren weiter, das Ziel war erst mal die Tower-Roosevelt Gegend mit dem Tower Fall. Was auf diesem 29 km langen Stueck passierte, grenzt schon fast an ein Wunder in Bezug auf Tiersichtungen. Kaum losgefahren sahen wir eine kleine Gruppe Antilopen. Schoen anzuschauen, fuer uns aber nichts weiter Besonderes mehr. Kurz drauf dann aber das erste unserer Highlights. Es gab einen Stau auf der Strasse und eine Ansammlung von vielen Autos am Wegesrand. Wie wir inzwischen gelernt haben heisst das eindeutig: hier gibt’s was Interessantes zu sehen. Ich schaute links, ich schaute rechts und ploetzlich fuhren wir genau dran vorbei: an einem poppenden Schwarzbaeren-Paar. Nicht zu fassen! Genau am Rand der Strasse machten Sie rum. Nun galt es eine Moeglichkeit zu finden das Auto abzustellen. Gar nicht so leicht. Ich stieg derweil mit Kamera bewaffnet schon mal aus und hielt das Ereigniss fotografisch fest. Thomas kam dann kurz drauf mit der Videokamera hinterher. Nachdem wir dem Baerenporno ungefaehr eine halbe Stunde aus ca. 80 m Entfernung (ein Ranger sorgte fuer den entsprechenden Abstand) zugeschaut haben beschlossen wir uns wieder auf den Weg zu machen. Wir kamen aber nicht wirklich weit. Keine 20 min spaeter der naechste Stau. Was gabs hier? Baeren! Diesmal gleich drei Stueck, und zwar eine Schwarzbaermutter mit ihren beiden Kleinen. Nun war leider die Speicherkarte der grossen Kamera bereits voll mit dem Baerenporno. Also schnappte ich mir die Videokamera und Thomas ueberspielte die Bilder der Speicherkarte aufs Laptop im Auto. Ich versuchte das Herumtollen der Kleinen in bewegte Bilder zu brennen – gar nicht so leicht den Rabauken mit dem Sucher hinterher zu kommen. Wiederum aus ca. 80 m Entfernung, denn wieder war ein Ranger da. Ich frage mich ernsthaft wie die Ranger das immer so schnell erfahren wo sich die Tiere gerade Tummeln um dann fuer Ordnung zu sorgen bei den Wahnsinnigen, die sich viel zu dicht an die wilden Tiere heran trauen. Nachdem die drei sich aber ins hintere Gestruepp verzogen haben verzogen wir uns auch, denn eigentlich wollten wir ja zu den Tower Falls. Auf dem weiteren Weg dorthin sprang uns ein Reh vors Auto. Es reichte gerade noch so, weil ich es zum Glueck aus den Augenwinkeln von rechts nach links habe flitzen sehen. Nun begann eine Art Spiessrutenlauf. Das Reh vollkommen verstoert japste nach Luft und blieb stehen, weil wir ebenfalls standen. Als wir das Auto minimal beschleunigten, beschleunigte auch das Reh. Inzwischen war es zwar bereits auf der anderen Seite angekommen, huepfte aber jeweils im Tempo des Autos am Rand entlang und immer kurz davor zurueck auf die Strasse zu kommen. Irgendwann zog es zum Glueck von dannen. Sowohl uns als auch dem Reh steckte der Schreck in den Knochen. Puh! Noch mal gut gegangen! Als dann am Rand eine Antilope auftauchte wurds mir schon fast zu viel mit den ganzen Tieren, ist es doch immerhin ziemlich anstrengenden staendig auf der Hut zu sein. Und einen Gabelbock wollte ich nicht auch noch aufgabeln. Endlich erreichten wir dann die Tower Falls. Ein ca. 40 m hoher Wasserfall in einer schoenen Landschaft. Mehr konnten wir hier leider nicht anschauen, aber es sollte auch nur ein kleiner Vorgeschmack sein fuer das was 19 Meilen spaeter zu sehen war. Dort kamen wir in die Canyon Area. Hier befindet sich der Yellowstone Canyon. Natuerlich nicht vergleichbar in der Groesse wie der Grand Canyon – bei weitem nicht – aber schoen gelb, woher der Yellowstone Park auch seinen Namen erhielt. Die Canyon Area bietet viele schoene Aussichtspunkte die wir alle abfuhren. Zwei der Aussichtspunkte konnten wir erlaufen. Der erste davon war der steil bergab gehende Weg zu den Lower Falls. Hier gelangt man an die Abrisskante der Lower Falls. Gewaltig rauscht hier das Wasser des Yellowstone Rivers 94 m in die Tiefe. Das ist der hoechste Wasserfall im Yellowstone-Park. Macht ordentlich Krach und zudem zu unserer Besuchszeit gleich noch einen tollen Regenbogen! Auf der gegenueberliegenden Seite des Flusses bzw. des Falls sahen wir einen grossen Schneerest und daran angrenzend eine weitere Plattform. Doch was sahen meine mueden Augen? Eine Stahltreppe die sich von ganz oben bis zu jener Plattform durch den Fels wand. Mir daemmerte langsam: DAS ist der zweite Aussichtspunkt, Uncle Tom´s Trail genannt, den ich auf meiner Liste stehen hatte. Ups … Na, das kann ja lustig werden. 328 Stahltreppenstufen hinunter und wieder hinauf, und das immer schoen am Berghang entlang. Natuerlich mit Durchsicht. Da wackeln die Knie! Achso, nicht zu vergessen dass das Ganze sich auf ca. 2700 m Hoehe abspielt! Aber das hielt mich alles nicht davon ab, denn die Aussicht auf den Fall wollte ich haben und wir fuhren auf die andere Seite um zum Startpunkt des Weges zu gelangen, der zur kaum enden wollenden Stahltreppe fuehrte. Unten angekommen hatten wir dann den erwuenschten Blick auf die Lower Falls und das Schneefeld. Und dann kaempften wir uns wieder nach oben. Uff! Aber wir wurden fuer unsere Muehen belohnt, denn kaum traten wir den Weg zum Yellowstone See an, unserer Endstation fuer diesen Tag gerieten wir schon wieder mitten in einem Stau. Diesmal gab es einen Grizzly Baeren vor die Linse. Allerdings ein bisschen weiter entfernt als zuvor die Schwarzbaeren. Aber dafuer dass dies die sechste Baerensichtung an diesem Tag war kann man auch mal 200 m Entfernung in Kauf nehmen. ;-) Den naechsten Stau produzierte dann ein Bison, allerdings stand dies nicht wie alle anderen (unzaehligen) Bisons die wir bisher sahen am Strassenrand oder auf der Wiese. Nein – es stand mitten auf der Strasse (!) und blockierte den fliessenden Verkehr. Es machte auch erst mal keine Anstalten die Strasse zu verlassen. Es hatte sich genuesslich vor ein Auto gestellt. Ich glaube, es machte ihm einen tierischen Spass die Autofahrer zu veraeppeln. Der Gegenverkehr traute bzw. wollte dann auch nicht dran vorbei. Irgendwann gab das Bison aber auf und trabte gemuetlich zur Wiese. So konnten wir dann weiter, zum letzten Etappenziel des Tages: zu den Schlammvulkanen. Auch hier brodelt, zischt und stinkt es, allerdings nicht in den tollen bunten Farben wie in den anderen Basins, sondern braune Bruehe wird hier durch gekocht und blubbert umher. Ein Schlammvulkan ist besonders lustig, er nennt sich Drachenmaul und genauso hoert es sich hier auch an, man meint gleich von einem aufgebrachten Drachen verschlungen zu werden. ;-) Natuerlich traut sich der Drache bei den ganzen Touristen nicht aus seinem Loch, aber grummeln tut er wie ich, wenn ich geweckt werde. ;-) Nach der Schlammrunde fuhren wir zum Yellowstone See, hier befindet sich die Lake Lodge und dort war eine Huette unsere. Zumindest fuer eine Nacht. Laenger waere auch stressig geworden, denn das Bett war grad mal 137 cm breit. Wie damit allerdings unsere chinesischen Nachbarn klar kamen ist mir ein Raetsel. Mit 3 Erwachsenen sich ein solches Bett zu teilen kaeme mir so gar nicht in den Sinn. Auch in dieser Cabin befand sich eine spaerliche Einrichtung, aber immerhin gabs diesmal sogar WC und Dusche. Und natuerlich fliessend Wasser welches wir dann zum Abendessen verwendeten um damit unsere Nudelsuppe her zu richten. Diese assen wir draussen vor der Huette. Als Verdauungsspaziergangsziel gabs ja den See um den wir dann herumschlichen. Danach gings ins Bett fuer die letzte Nacht im Park. Diese wurde auch hier wieder ziemlich kalt so dass wir dann das Oefchen aufdrehen mussten.

22.6.2012
Das uebliche Fruehstueck rief. Cornflakes, Muffins und natuerlich Cafe, den wir aus der Lodge holten. Der Picknick-Tisch vor unserer Huette diente auch diesmal dem Essen. Mit ausreichend Staerkung verliessen wir den Nationalpark gen Osten. Auf dem Weg durch das letzte Stueck vom Park passierte nichts weiter Erwaehnenswertes, leider. Ich hoffte noch auf ein paar Tiersichtungen, Diese blieben mir im Park aber dann verwaehrt. Also fuhren wir erst mal bis Cody. Einer alten Westernstadt. Hier tobt(e) der Cowboy, jedoch ist das so gar nicht mein Interessengebiet so dass wir dieser Stadt nicht weiter gross unsere Aufmerksamkeit schenkten, ausser einer Tankstelle und einem Schnellrestaurant um einen Hot Dog zu holen, sowie einen leckeren Nachtisch. Der Versuch unsere Reiseschecks in einer Bank umzutauschen scheiterte klaeglich. Keine Bank war mehr gewillt solche Schecks zu tauschen. Na dann eben net … So fuhren wir dann ueber den Buffalo Bill Cody Byway zum Bighorn Canyon. Dieser liegt halb im Staat Wyoming und auch im Staat Montana. Der Aussichtspunkt „Devil Canyon Overlook“ befindet sich bereits in Montana, und da wollte ich hin! Es war zwar ein Abstecher von einigen Meilen, aber der Ausguck auf den Devil Canyon der vom Bighorn Creek geformt wurde ist schon ein Schoener und kaum besucht. Teilweise waren wir hier ganz alleine. Auf dem Rueckweg vom Overlook hielten wir noch kurz an einer Art Marina. Da wir dann aber nicht baden wollten machten wir uns weiter auf den Weg. Das „Medizin-Rad“ welches wir eigentlich noch besuchen wollten liessen wir aus. Es ist eine heilige Staette der Indianer, aber nichts wirklich Spektakulaeres. Unser Weg fuehrte uns durch die Bighorn Mountains. Diese waren hoeher als ich dachte und die Strasse hatte doch so einige Kurven. So dauerte die Strecke laenger als ich annahm, hier hatte ich wohl ein kleines Informationsdefizit bei der Planung. Macht aber nix, denn die Fahrt durch die Bighorn Mountains bescherte uns ein stattliches Moose, also einen Elch. Am Wegesrand graste er und wir rasten fast dran vorbei, wenn unser Vordermann nicht eine Vollbremsung hingelegt haette und wir uns erst mal fragten, was er denn wohl fuer ein Problem hat. Aber ein kurzer Blick nach rechts zeigte den Grund in Form des Moose, also parkten wir das Auto ebenfalls am Rand damit wir das Moose fotografieren konnten. Es schien sich fuer uns so gar nicht zu interessieren, frass gemuetlich weiter waehrend unsere Speicherkarte gluehte (und ein weiter Haken auf unserer gedanklichen Liste der Tiersichtungen gemacht wurde). Irgendwann mussten wir dann ja doch mal weiter und wir fuhren durch menschenleere Natur bis wir dann endlich in Sheridan ankamen, unseren Uebernachtungsort fuer diesen Tag. Im Hotel checkten wir ein und gingen dann erst mal etwas essen. Anschliessend fuhren wir in einen Supermarkt um Vorraete aufzufuellen. Nach der Rueckankunft im Hotel raffte ich die dreckige Waesche zusammen und nutze die bereitgestellten Waschmaschinen bzw. Trockner. Nun gabs auch wieder was Frisches zum Anziehen.

23.6.2012
Uns winkte nach dem Aufstehen ein Hotelfruehstueck, wieder mal mit frischen Waffeln zum Selbstbacken und auch mal wieder ein hart gekochtes Ei. Sonst die ueblichen Verdaechtigen. Danach Sachen packen, und schon wieder stand ein mehr oder weniger reiner Fahrttag auf dem Programm. Vom Hotel aus fuhren wir lange lange nur Autobahn bis wir dann „irgendwo“ abfuhren um zum „Devil Tower“ zu kommen. Manch einer mag dieses Gebilde kennen aus dem Film „Unheimliche Begegnung mit der dritten Art“. Der Devil Tower war die Landestelle der ausserirdischen Raumschiffe. Im „realen Leben“ ist der Devil Tower erstarrte Magma dem der Vulkankegel fehlt. Sozusagen das kochende Wasser im Topf welches erstarrte und spaeter der Topf mit der Zeit zerfallen ist und uebrig geblieben ist das erkaltete Wasser. Der Monolith der dabei entstand ist 265 m hoch und kann mit einem kleinen Wanderweg umrundet werden. Das geht im Grunde recht fix, in einer halben Stunde ist man rum – aber dennoch ist das ein kleiner Zeitfresser, denn der Umweg um dort hin zu gelangen  ist nicht ganz unerheblich. Aber gelohnt hat er sich allemal und es war eine willkommene Abwechslung zur tristen Autobahn. Sehr suess waren auch die Praeriehunde die sich zu Hauf kurz vor dem Monolith ihre unterirdischen Bauten errichtet haben. Von diesem Anblick der kleinen wuseligen Wesen konnte man fast nicht genug bekommen. Aber es war Zeit zum Aufbruch. Eigentlich wollten wir dann bei Spearfish wiederum von der Autobahn runter um durch gleichnamigen Canyon zu fahren, zudem durch Deadwood. Aber auch hier waren die Meinungen anderer Reisenden die hier zuvor schon waren geteilt, ob sich dies lohnt oder nicht. Und da wir doch recht k.o. waren von der vielen Fahrerei die wir bisher nun schon hinter uns hatten, entschieden wir uns doch einfach nur auf dem schnellsten Wege nach Rapid City zu kommen, unserem Uebernachtungsziel. So zogen wir auch vorbei an Sturgis im Staat South Dakota. Den Motorradfahrern unter den Lesern wird dies wohl ein Begriff sein, denn hier findet alljaehrlich im August die weltweit groesste Motorradveranstaltung statt. Der kleine Ort hat dann eine halbe Million Besucher. Net schlecht! Als wir dann in  Rapid City ankamen schraubten wir uns einen Berg hinauf, denn hier oben sollte unsere vorgebuchte Lodge liegen. Immer dem Navi nach standen wir ploetzlich vor einem Haus was so gar nicht nach Lodge aussah. Ich bekam schon einen Schreck ob es die Lodge ggf. gar nicht mehr gaebe, denn dies war mit Ausnahme der Uebernachtungen im Yellowstone und Grand Canyon das einzige Hotel was voraus bezahlt war. Aber alle Aufregung war natuerlich umsonst, das Navi taeuschte uns und wir fanden die Lodge doch noch. Und sie hatte auf ihrer Internetseite nicht zu viel versprochen. Sie nannte sich „Big Sky Lodge“ und genau das bot sie auch – einen super Blick vom Berg herunter auf die Stadt und ueber die Umgebung (Black Hills und Badlands, dazu „morgen“ mehr). Wir entdeckten nach dem Einchecken einen BBQ Grill der den Gaesten zur Verfuegung stand. Ja wunderbar! Endlich grillen und leckere Steaks essen! Also gleich los wieder den Berg runter zum Supermarkt und alles Noetige eingekauft. Als wir zurueck kamen zur Lodge waren beide Grills bereits belegt mit Fleisch und allerlei Leckereien. Drumherum stand eine komplette Softballmannschaft und deren Eltern aus dem Nachbarstaat Nebraska. Wir fragten ob sie noch ein kleines Plaetzchen fuer unser Fleisch auf dem Grill ueber haetten, was natuerlich bejaht wurde. Wir rafften unsere Sachen zusammen, man rutsche auf den Baenken zusammen und nahm uns herzlichst auf. Von allen Dingen mussten wir probieren, wir wurden gestopft mit Starters, Cheesecake, Bier und was sich sonst noch so auf den Tischen fand. Die jungen Maedels machten es sich im Whirlpool gemuetlich und wir laberten und laberten mit den Eltern, dem Trainer, und fuehrten dabei interessante Gespraeche. Lustig wurde es als der Trainer uns dann bereits mittelmaessig beschwipst versuchte zu erklaeren wie er in den letzten Jahren sein Team aufgebaut hat. Kann man nicht in Worte fassen, aber es war einfach nur lustig und wir hatten eine klasse Party. Da die Mannschaft am naechsten Tag frueh los musste war die Party um ca. 11 Uhr abends vorbei, aber das reichte auch uns vollkommen und wir zogen ebenfalls in die Betten.

24.6.2012
Auch hier hatten wir ein Hotelfruehstueck dabei, so machten wir uns nach dem Aufstehen ueber dieses her. Als Tagesziel standen heute die einstuendig entfernten Badlands auf dem Plan. Dies ist eine Verwitterungslandschaft auf der keine Landwirtschaft durchfuehrbar ist, da der Boden zu schlecht dafuer ist. Zudem gibt es eine grosse Graspraerie. Wir konzentrierten uns aber auf die Felslandschaft auf der so gut wie kein Strauch waechst. Es gab einige kleine Wege die man laufen konnte. Einer davon hatte es allerdings in sich – der Notch Trail. Ich hatte zuvor nur Infos dass alle Wege leicht zu gehen waren, und so hatte ich keine Wanderschuhe an. Aber auf dem Notch Trail musste ich dann leider kapitulieren. Nachdem wir eine Holz/Strickleiter gefuehlte 50 m (realistisch vielleicht 15 m) hinaufgeklettert waren kam ich nicht mehr allzu weit, denn der Weg war seitlich so abschuessig und eng dass ich mit meinen glatten Sohlen um meinen Halt fuerchtete. Schade, aber in Lebensgefahr muss ich mich ja nun auch nicht begeben. Nach diesem Trip schreiten unsere Koerper nach Ruhe, und wir kamen nicht umhin ihm diese zu geben in Form von einem Nickerchen. Wir setzen uns ins Auto, legten die Hitzefolie in die Frontscheibe damit die Vorbeilaufenden nicht in unsere offenen schnarchenden Muender schauen mussten und schlossen die Augen. Das ganze wohlgemerkt bei knapp 40 Grad Aussentemperatur. Aber die Muedigkeit aufgestaut durch das  Mammutprogramm der letzten 2 Wochen war so extrem dass die Hitze vollkommen egal war, Hauptsache schlafen. Es half auch wieder einigermassen fit zu werden und das matte Gefuehl dass bereits seit morgens vorhanden war verschwand ein wenig. 30 min Halbschlaf kann Wunder wirken und erstaunte Gesichter bei Touristen hervorrufen „Guck mal, die schlafen im Auto!“ ;-) Wir schauten uns danach noch den restlichen Nationalpark an, verzichteten darauf die Offroadstrecke zum Sheep Mountain Table zu fahren, und legten die Prioritaet darauf zurueck ins Hotel zu kommen um gemutlich zu grillen. Dafuer mussten wir in Rapid City noch mal einkaufen, was wir auf dem Weg zum Hotel auch taten. Noch ein wenig relaxen und den Grill einnehmen. Bald gesellte sich ein Paerchen zu uns und wir unterhielten uns ebenfalls wieder sehr interessant, diesmal ueber das Thema Umweltschutz. Als wir fertig waren mit Essen und Plaudern stiegen wir in den Aussen-Whirlpool der Lodge mit Blick ueber das beleuchtete Rapid City. So klang der Abend aus. Die letzte Nacht im Staat South Dakota brach an und nun lag nur noch ein neuer Staat auf unserer Route. Den sollten wir morgen kennen lernen.

25.6.2012:
Natuerlich gabs wieder ein gutes Fruehstueck im Hotel und wir fuhren danach mit unserem Gepaeck los in die Black Hills, einer Bergkette in deren Stein nahe der Stadt Keystone ein Abbild der US Praesidenten Georg Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln gemeisselt wurde – bekannt als Mount Rushmore und sicherlich jedem ein Begriff. Aber die Praesidenten wollten heute irgendwie nicht ins rechte Licht ruecken. Es war bewoelkt und ein grauer Schleier waberte um die Koepfe der vier Herren herum. So beschlossen wir auf einem Parkplatz neben der Strasse mit direktem Blick auf die Herrschaften zu warten bis das Wetter besser wuerde. Zeit hatten wir noch genug. Irgendwann wurde es ein wenig freundlicher, zufrieden war ich aber nicht. Als wir dann aber doch mal weiter fuhren kamen wir an einer guten Parkmoeglichkeit nahe dem Denkmal vorbei und stellten fest dass es mittels Teleobjektiv moeglich sein muesste ein Bild mit blauem Himmelhintergrund zu erhaschen. Und es klappte. Allerdings muss ich sagen, ich war doch stark verwundert ueber die „Groesse“ der Koepfe, denn sie waren gar nicht so gross wie ich mir das so dachte, bzw. wie es auf den Bildern die man so kennt wirkt. Die Koepfe sind recht klein im Verhaeltnis, gerade mal 18 m hoch. Was natuerlich dennoch eine unglaubliche Arbeit war diese aus dem Stein heraus zu formen. Wir liessen die Praesidenten alleine mit den anderen Touristen und fuhren suedlicher, zum Custer State Park. Leider war hier eine Strasse komplett gesperrt, so dass wir komplett anders durch den Park fahren mussten als meine Planung es vorsah. Das verzoegerte so manches und brachte auch nicht das erhoffte Getier mit sich, denn auf der Wunschliste stand noch ein Bighorn-Sheep, also ein Dickhorn Schaf. War uns aber nicht vergoennt, und die meisten Tiere verkrochen sich ob der enormen Hitze wohl auch lieber irgendwo als sich uns zu zeigen. So war der Wildlife-Loop mehr oder minder ein Reinfall. Schade, aber das ist eben Natur. Ein paar Antilopen-Aersche sowie Ziegen sahen wir aber dennoch. Und kurz vor dem Parkausgang ein Esel! Er stand mitten auf der Strasse und kratze sich sein Haupt an unserem Aussenspiegel und liess sich dabei streicheln. Zu lustig. Als er uns weiter fahren liess, verliessen wir den Park und kamen kurz drauf schon wieder im naechsten Park an, dem Wind Cave Park. Hier rauschten wir aber fast nur durch. Dann landeten wir in Hot Springs. Ein kleines Kaff, aber es gab hier ein Eis fuer uns zum Schlecken. Damit setzten wir uns auf eine Bank an einem Fluesschen und genoessen den Schatten. Auf dem Rueckweg zum Auto sprach uns ein Passant an. Er war eigentlich Ire und lebte schon seit langer Zeit in USA und wollte nun mal wissen wie (wir als) Europaer denn so die Lage von Europa einschaetzen wuerden und er freute sich maechtig mal wieder Leute aus seiner „Heimat“ getroffen zu haben, denn Hot Springs wird nicht gerade unbedingt von vielen Touristen besucht. Ok, es gibt ein paar Hotels, aber die Masse ist das nicht und kommt auch nicht. Als er dann noch hoerte dass unser naechstes Ziel Chadron in Nebraska ist verlor er vollends den Glauben und fragte sich was wir in dieser oeden Gegend den treiben wollten. So ganz wollte er es wohl auch nicht wahr haben, dass wir dort uebernachten wollten. Aber nunja, es war schliesslich nur der guenstigst gelegenste Ort mit Motel um nicht ewig fahren zu muessen an einem Tag. So kamen wir dann also nach Durchfahren der wirklich eintoenigsten Gegend die ich bisher sah in Chadron an. Als wir am Empfang des telefonisch reservierten Hotels ankamen wussten die doch tatsaechlich sofort wer wir waren, als wir sagten wir haben reserviert. Der deutsche Unterton wird uns wohl immer anhaften … Wir bezogen unseren „Tanzsaal“. Meine Guete war das Zimmer gross! Just als wir im Zimmer waren fing es kraeftig an zu stuermen und regnen, blitzen und donnern. Es sah die ganze Zeit am Himmel auch schon entsprechend dunkel aus. Hmpf. So ein Mist, denn draussen vor der Tuer stand ein BBQ Grill, den wir gerne nutzen wollten.  Wir hatten aber Glueck und das Gewitter verzog sich innert einer halben Stunde und so setzen wir uns wieder ins Auto, fuhren zum nahen Supermarkt und kauften uns leckeres Grillgut. Gut geruestet nahmen wir dann den Grill des Motels samt dem dazugehoerigen Picknickplatz in Beschlag und brutzelten uns unser Abendessen. Da dies wieder ziemliche Massen waren liefen wir zur Verdauung noch ein wenig durch den Ort und gingen dann aufs Zimmer.

26.6.2012:
Da wir am Tag zuvor beim Einkaufen auch unser Fruehstueck besorgten, gabs nun Muffins mit Kaffee vom Hotel auf unserer Zimmerterrasse. Denn hier schien die Sonne nicht hin, die bereits am fruehen Morgen ihre ganze Kraft entfaltete und einen schon maechtig zum Schwitzen brachte. Nach dem Fruehstueck verliessen wir Chadron und fuhren weiter gen Sueden, bzw. Suedwesten. Sahen wir gestern noch die vermeintlich eintoenigste Gegend der USA, so wurde es heute noch eintoeniger. Nichts als Felder mit riiiiiiiesigen Bewaesserungssystemen, einer gut befahrenen Bahnlinie und unserer Strasse. Wir befanden uns schliesslich mitten drin in den „Great Plains“, also der grossen Ebene, bzw. der Kornkammer (Breadbasket) der USA. Hier wird die Haelfte des Weizens der USA produziert. Daher ist auch die Bahnlinie so gut benutzt, irgendwie muss das Getreide ja abtransportiert werden. Wir kamen dann durch einen kleinen Ort namens Alliance (den ich urspruenglich auch mal als Uebernachtungsort ausgewaehlt hatte) und sahen hier einen riesigen Umschlagplatz der Gueterwagons. Ein richtiges Drehkreuz fuer die Gueterzuege. Holy cow and double wow! So einsam und eintoenig es hier war, beeindruckend war es dennoch! Weiter im Verlauf dieser Monotonie gelangten wir nach Scottsbluff. Eine kleine Abwechslung findet man hier in Form einer Sandsteinklippe, nicht sehr gross, und einfach nur ein wichtige Wegmarke der frueheren Siedler und Pioniere. Heute ein Nationales Monument und unter Schutz gestellt. Ein bisschen aufgehuebscht mit lebensgrossen Planwagen-Modellen und deren „Ziehviecher“. Nett anzuschauen als Abwechslung, und ein bisschen die Beine vertreten konnte man sich hier auch. Hielten wir aber nicht allzu lange aus, denn die Sonne brannte von oben mit ca. 40 Grad. Am heutigen Tage erreichten wir dann auch unsere Reisehoechstemperatur - 107 Grad Fahrenheit (das sind 41,7 Grad Celsius). Nach weiteren Feldern, Wiesen und Weiden dann endlich mal der erste Lichtblick, der Ort Chayenne, aber hier ging es dann wieder auf die Autobahn. Raus aus dem Nichts, rein in die Zivilisation. Diese liess dann auch nicht mehr allzu lange auf sich warten und hiess: Outlet in Loveland. Allerdings (wie ich auch schon zuvor gelesen hatte, es aber kaum glauben mochte) sind hier die meisten Laeden bereits geschlossen. Kaum ein Hersteller betreibt hier noch einen Shop, so dass die Ausbeute gleich null war. Aber es lag ja eh auf dem Weg, und wir konnten unsere Beine etwas entmueden. Nun war unser Endziel des Tages nicht mehr allzu weit, allerdings zog sich die Strecke nach Estes Park etwas mehr als ich dachte und ich war froh in diesem Ort eine Bleibe gebucht zu haben und nicht in Fort Collins wie auch mal ggf. angedacht. Nicht nur wegen den Feuern die in Fort Collins wueteten (wobei diese schon fast wieder erloschen waren), aber der Weg haette uns ca. eine Stunde gekostet, welche wir am naechsten Tag sehr gut gebrauchen konnten. Als wir dann in Estes Park ankamen fanden wir unser Hotel und checkten im wirklich sehr gemuetlich eingerichteten Zimmer ein. Erst war ich zwar etwas skeptisch bei der Bezeichnung „cozy“ (gemuetlich), aber es lohnte sich. Und das gleich doppelt, denn direkt neben unserem Zimmer befand sich der Aussenwhirlpool, so konnten wir abends beim Sonnenuntergang in diesem liegen, dabei aufs Bergpanorama der Rockies schauen. Einfach nur geil! Zuvor aber erkundeten wir noch den Ort Estes Park uva. fuhren wir zum Stanleys Hotel. Wem der Film „The Shining“ von Stephen King ein Begriff ist dem sei gesagt: DAS ist das Hotel in dem die Geschichte spielt. Fuer die welche den Film nicht kennen, kurz gesagt: in diesem Hotel spukt es! Und dieser Spuk war es wohl auch, der mir ein ploetzlich aufkommendes Schwindelgefuehl verursachte. Naja, vermutlich war es wohl eher die Hoehe oder die Anstrengung der Reise. Egal wie, mittels eines suessen Riegels bekam ich das wieder in den Griff und konnte im besagten Whirlpool planschen als wir zurueck kamen. Einen abschliessenden Schlummertrunk vor unserem Hotelzimmer und dazu ein paar Chips, und der Tag konnte ausklingen.

27.6.2012:
Der naechste Tag begann wieder mit Sitzen vor dem Zimmer, aber nicht mit Bier wie am Abend zuvor, sondern mit Cornflakes, Kaffee und Muffins. Nach dem Auschecken fuhren wir dann zum Eingang des Rocky Mountains Nationalparks. Wohl wissend dass derzeit die Nebenstrasse zum Bear Lake fuer Autos gesperrt ist, dieser aber ersatzweise mit Shuttle-Bussen bedient wird steuerten wir kurz hinter dem Parkeingang den entsprechenden Parkplatz an und erkundeten uns nochmals ueber die aktuellen Gegebenheiten. Aber alles war so wie ich es zuvor schon gelesen hatte: die Shuttlebusse fahren bis zum Bear Lake im ca 20 min Takt. Kurz drauf kam auch schon ein Bus, wir stiegen ein und kamen realtiv zuegig am Baer Lake an, mit Ausnahme der vielen Baustellenampeln an denen der Bus warten musste. Wir streiften also erst mal gemuetlich um den Baer Lake und nervten uns ein wenig ob der vielen Kinder die einen Laerm machten als waeren sie alleine im Park. Frag mich eh was die alle in der Natur wollten, interessiert die doch eh net. Was solls, weiter auf den eigentlichen Wanderweg den wir begehen wollten, er fuehrte uns zum Nymph Lake und weiter zum Dream Lake. Eine schoene Wanderstrecke, und zunehmend ruhiger, je weiter man laeuft. Wir ueberlegten noch kurz ob wir weiter laufen zum Emerald Lake, entschlossen uns aber doch dafuer umzukehren, da wir doch schon ein bisschen Zeit verloren hatten wegen dem Shuttel-Bus. Wir kamen an der Endhaltstelle an und warteten auf den Bus. Und warteten, und warteten und warteten … Eine Stunden insgesamt! Soviel also zum Thema, der Bus faehrt im 20 min Takt … Oh mann war ich sauer! Und ueberdies hinweg kam der Bus in den Baustellen so gar nicht vorran. Fuer die 14 km brauchte er knapp eine Stunde! Der Hinweg war viel schneller bewaeltigt! So war es dann bereits nach 14 Uhr bis wir weiter fahren konnten – mit dem „eigenen“ Auto. Damit fuhren wir die „Trail Ridge Road“ entlang, das ist jene Strasse die einmal durch den Park fuehrt. Wir hielten hie und da an, betrachteten die Landschaft und auch einen Hirsch, der sich am Wegesrand sein Fressen suchte. Bald kamen wir dann auch zur hoechsten Stelle des Parks, ueber 3700 m liegt dieser Punkt. Und zum ersten Mal (in meinem Leben) spuerte ich die Hoehenkrankheit! Mir wurde schwummrig und ich kam mir vor als haette ich zu viel gebechert. Da ich ja wusste dass die Symptome wieder verschwinden wenn ich die Skala des Hoehenmessers wieder hinunterkraxel, harrte ich mit dem Unwohlsein aus und erfreute mich einer Kaffeepause ein Stueckchen weiter am Alpine Besucherzentrum. Zum Glueck hatte ich zuvor schon gelesen dass es hier sehr zugig sein kann und so machte sich die lange Hose und die Jacke welche ich morgens anzog schon laengst bezahlt. Mit Kaffee im Magen ging es dann bergab. Nicht mit mir, sondern mit dem Auto. Immer die Hauptstrasse durch den Park entlang. Viel Spannendes gabs leider nicht mehr zu sehen, wenn man mal die tolle Landschaft anfuersich aussen vor laesst. So verliessen wir am Spaetnachmittag den Nationalpark und kamen im Ort „Winter Park“ an. Der Name laesst es schon erahnen, es ist ein Wintersportort und im Sommer so gut wie tot. So gestaltete sich auch die Essenssuche nicht so einfach und wir landeten im Mc D. Ich bin von diesem Laden ja einiges gewoehnt, aber in diesem Ort haben sie den Vogel abgeschossen. Total versifft, und sowohl das Personal als auch die Kundschaft war  - nennen wir es „seltsam“. Wir streiften noch ein wenig durch den Ort und gingen dann zurueck zu unserem Motel. Dieses hatte einen Pool und einen Whirlpool. Allerdings weiss ich net was die da ins Wasser gekippt haben, oder sagen wir mal besser wieviel vom Chlor, denn die warme Luft reizte die Atemwege so extrem dass es unangenehm war sich laenger dort aufzuhalten. Wir ergriffen also bald die Flucht und verzogen uns aufs Zimmer. Winter Park war uns im Sommer also nicht wirklich gut gestellt. Na, kein Wunder wenn man nicht auf den Namen hoert. ;-)

28.6.2012
Das „Fruehstueck“ war auch nicht wirklich besser als das Abendessen. Mit Ach und Krach gabs nen Kaffee, Orangensaft und abgepackte Muffins, sowie abgepackte Kuchen. Das wars. Keine Cornflakes, wenigstens Oatmeal oder so – nichts! Schade. Satt wurden wir, aber ein Gaumenschmaus war das abgepackte Zeugs nicht wirklich. Erinnert mich eher an die „Fruehstuecke“ von vor 10-15 Jahren in den amerikanischen Motels, als es noch nicht zum nun fast schon ueblichen Standard gehoerte. So verliessen wir recht zuegig das Motel und fuhren suedwaerts bis wir dann kurz vor Idaho Springs wieder auf die Autobahn stiessen. So fuhren wir ein Stueck der gleichen Strecke wie zu Beginn des Urlaubs, nur in umgekehrte Richtung. Nicht lange aber, dann fuhren wir ab um auf den Mt. Evans zu kommen. Hier hinauf fuehrt die hoechste asphaltierte Strasse Nordamerikas. Denn der Berg ist 4350 m (!) hoch und ueberragt somit den bekannteren Pikes Peak in der Nachbarschaft nochmals um ca. 50 m. Und auch hier bekam ich ab a. 3700m die Hoehenkrankheit. Diesmal kein schwummriges Gefuehl sondern hauptsaechlich Kopfschmerzen. Ich dachte es zerreisst mir meinen Schaedel, von innen heraus. Dennoch hielt ich tapfer aus, denn eine solche Hoehe wollte ich mir ja nicht entgehen lassen. Wir stapften also ein wenig umher, genossen den Blick und sahen wie schlechtes Wetter aufzog. Ploetzlich fing es an zu hageln. Dicke Graupel kamen hinunter. Das Thermometer fiel auf  37 Grad Fahrenheit, also 2,8 Grad Celsius. Und draussen fluechteten sie in kurzen Hosen zu ihren Autos. Wir beschlossen wieder  bergab zu fahren. Gerade als wir wieder losfahren wollten gesellen sich Bergziegen auf den Parkplatz. Die mussten natuerlich noch fotografiert werden, auch wenn es keine Bighorn-Sheeps waren, auf die ich ja immer noch hoffte. Da dies aber die letzte Gelegenheit war, welche zu entdecken, musste meine Liste im Kopf um Bergziegen erweitert werden, und die Dickhorn-Schafe gestrichen werden. Denn auch auf dem Rueckweg vom Berg runter hatte ich kein Glueck um sie zu sehen. Dafuer aber ein Murmeltier! Suesses Viech! Und es liess sich besser fotografieren als sein Artgenosse lange Zeit zuvor am Cedar Breaks National Monument. Je tiefer wir kamen, desto besser gings meinem Kopf. Die Kopfschmerzen waren am Fusse des Berges verschwunden und wir auch. Denn wir machten uns weiter Richtung Denver. Dort lag im Westen der Stadt (aus dieser Richtung kamen wir) ein grosses Shopping-Center. Ich glaube wir kauften hier die meisten Klamotten des Urlaubs ein. Es gab einfach gute Angebote und Auswahl. Und: es gab einen Cinnabon. Das ist kein Klamottenladen, sondern ein Zimtschneckenbrater. Das sind die leckersten (und vermutlich gehaltvollsten) Zimtschnecken die ich kenne, ich koennte mich da reinsetzen! Und nochmal: holy cow and double wow! Da lief mir das Wasser im Mund zusammen und wir mussten natuerlich gleich mal ein paar Schneckcher verdruecken, zusammen mit nem Kaffee versteht sich. So konnten wir gut shoppen und danach gingen wir gleich wieder in den Food Plaza, denn hier gabs ebenfalls Panda Express. Also mein Lieblings-Chinese mit dem Orange Chicken. Der Tag war nicht nur der hoechste, sondern auch der kulinarisch hoechste – ok, vom Fast Food her gesehen.  Als wir das Shopping-Center verliessen, fuhren wir nach Sueden. Auch wenn wir nicht so recht wussten was uns erwartete. Ausser dass wir wussten, dass es in jener Stadt die unser Uebernachtungsziel war, brannte. Hier tobten seit ein paar Tagen heftige Waldbraende. Fuer eine Stornierung des Hotels wars zu spaet, ich kam am Tag zuvor nicht wirklich an Infos heran, wo genau nun der Waldbrand war. Ich konnte herausfinden dass links neben der Autobahn alle Strassen gesperrt waren, unser Hotel lag genau an diesem Highway – aber rechts! Ich konnte auch keine Info auf der Hotelseite entdecken dass es geschlossen waere. Also fuhren wir nach Colorado Springs und schauten was uns erwartete. Wir sahen die massiven Braende, sahen wie staendig  Loeschhubschrauber vom Militaerflugplatz abhoben oder landeten, und kamen halb durch gesperrte Strassen zu unserem Hotel. Es war auch gut besucht, denn die ganzen Evakuierten wurden u.a. in dieses Hotel verfrachtet. Entsprechend chaotisch ging es dort auch zu. Draussen roch es merklich nach Rauch, so blieben wir im Hotel und gingen in den Pool, bzw. Whirlpool. Wieder auf dem Zimmer sortierte ich erst mal die ganzen Einkaeufe und entfernte die Preis-Schilder und versuchte die Errungenschaften in die Taschen zu stopfen. Wie immer nicht so einfach, aber wie immer habe ich es auch diesmal irgendwie geschafft. Zum Tagesabschluss gabs noch ein leckeres Bier, und das Bett rief.

29.6.2012:
Wir begannen den Tag mit einem Fruehstueck im Chaos. Die Evakuierten schlappten im Morgenrock und sonstigen Schlafanzuegen im Fruehstuecksraum umher. Der Boden sah aus als haette eine Herde Elefanten saemtliche Lebensmittel einmal durchgekaut und drauf getrampelt. Wir waren zum Glueck noch vor dem grossen Ansturm da, aber auch bald wieder verschwunden. Auschecken ausm Hotel und dann so schnell wie moeglich die Stadt verlassen stand auf dem Plan, denn auf dem Tagesplan des Herrn Obamas stand ein Besuch von Colorado Springs, also eben jener Stadt in der wir uns gerade befanden. Wir hatten dies am Abend zuvor im TV vernommen, nicht aber die Uhrzeit zu der er aufschlagen wollte. Da uns die bereits vorhandenen Strassensperren schon genuegten, wollten wir nicht noch mehr davon erleben, nur weil der Praesident im Anmarsch ist. Unser eigentliches Ziel, weswegen wir in die Stadt kamen lag links von der Autobahn, und somit hinter der Absperrung. Es ist der „Garden oft he Gods“, eine rote Felslandschaft im Gruenen eingebettet. Schade konnten wir dies nicht sehen, aber Sicherheit geht ja bekanntlich vor. Also verliessen wir die Stadt mit den Waldbraenden und machten uns wieder nordwaerts auf den Weg, zurueck nach Denver. Am Autobahnrand lag ein Supermarkt. Hier taetigten wir die letzten Einkaeufe, speziell auch die Dinge, die wir mit nach Deutschland bringen mochten, aber nicht drei Wochen mit uns rumschleppen wollten. Also kauften wir sie jetzt zum Ende der Reise. Kurz drauf kam dann Castle Rock, ein Outlet-Center. Auch hier verbrachten wir noch einiges an Zeit und einige Tueten heraus. Wobei das Meiste ja bereits am Tag zuvor geshoppt wurde. Dann war es auch schon Nachmittag und wir fuhren bis Denver zu unserem Hotel und checkten ein. Wir suchten uns eine Lokation wo wir einen Kaffee trinken konnten und fuhren danach erst mal wieder ins Hotel. Auch hier hiess es dann wieder Eingekauftes verstauen, irgendwie. Ich musste mich leider insgesamt 4 alter kurzer Hosen entledigen, einem Paar Schuhe, 2 langen Hose, 5 T-Shirts, einem Sleepshirt, diverser Socken, Unterwaesche und einer Bluse. Muss aber dazu sagen, das war bereits bei Abreise in Deutschland so geplant. Als alles gepackt war fuhren wir zu einem Restaurant welches mir empfohlen wurde, in den Vorort Aurora. Vielleicht sagt dieser Vorort dem ein oder anderen was. Dazu aber gleich mehr. Jedenfalls war das Restaurant echt ein guter Tip. Hier konnte man lecker im 50er Jahre Stil essen. Aber fast noch anmutender als das Essen war einfach der Style des Restaurants. Wir beschlossen am spaeten Abend, wenn es bereits dunkel war nochmals herzukommen um das Restaurant zu fotografieren wenn dessen Leuchtreklame in den neon Farben strahlt. Und somit entschieden wir uns in eine nahe gelegene Mall zu fahren, um noch ein bisschen zu schlendern, bis es dunkel wurde. Spaetestens jetzt duerfte wohl klar sein warum ich eben auf Aurora verwies – im Zusammenhang mit der Mall. Denn es war genau jene Mall in Aurora die wir besuchten, in der der ca. zwei Wochen spaeter das Massaker statt fand. Wir waren zwar nicht in dem Kino, liefen aber daran vorbei. Als mir daheim klar wurde welche Mall das war, wurde mir doch ein wenig anders. Ok, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in sowas verwickelt zu werden – wohl eher gering. Dennoch schuettelt es da einen wenn man erfaehrt wie „nahe“ man dem Unglueck(sort) war. (Noch so ein aehnliches Ding passierte uebrigens im Oktober 2012, als das Werk der Firma Kraft in Soltau einen Chemieunfall hatte. Eine Woche zuvor war ich vom Ungluecksort nur wenige Meter (!) entfernt.) Genug der schlimmen Dinge – zurueck zum Restaurant, in Wort und Bild. Bei Nacht sah es wirklich nochmal um so schoener aus. Das war eine gute Empfehlung! Kulinarisch und optisch gelungen!

30.6.2012:
Der Tag begann mit dem Hotelfruehstueck. Alsbald fuhren wir dann mit dem Auto nach Downtown. Als erstes Ziel diente das Capitol, also dem Regierungssitz des Staates Colorado. Leider war es geschlossen, aber auch von aussen machte es einen guten Eindruck. Wie eben „alle“ Capitole der USA mit einer Kuppel. Die Treppenstufen des Eingangs enthalten ein kleines Highlight. Eine Stufe ist beschriftet mit „One Mile Above Sealevel“. D.h. die Stadt liegt also auf einer Hoehe genau eine Meile ueber dem Meeresspiegel (in Hoehe dieser Stufe). Deshalb wird sie auch Mile High City genannt. Als wir das Capitol von aussen erkundet hatten liefen wir zur 16th Strasse, denn das ist die Flaniermeile, bzw. Einkaufsstrasse von Denver. Hier fuhr ein kostenloser Shuttlebus namens FreeMallRide, in den wir gleich reinhuepften und erst mal bis zum Ende fuhren. Die Endstation war auch gleichzeitig der Bahnhof. Allerdings, hingegen zu anderen amerikanischen Staedten war dieser nicht wirklich schoen und aktuell eine Baustelle. Also blieben wir grad in dem Shuttle sitzen und fuhren wieder retour, stiegen aber diesmal an der Market Street aus. Von hier aus liefen wir gemuetlich die 16th Strasse entlang, schauten mal hier, mal dort und erfreuten uns der nett hergerichteten Strassenzeile. Fuer USA eher untypisch, aber schoen gemacht. Als wir wieder am Capitol rauskamen und u.a. an der Muenzpraegeanstalt (die aber ebenfalls leider geschlossen war, es war eben ein Samstag) schlenderten wir noch ein bisschen umher, sahen noch das ein oder andere interessante Gebaeude und gingen dann zu unserem Wagen. Direkt neben diesem war ein kleiner Park mit ein paar Baenken. Wir holten uns gekuehlte Getraenke aus dem Auto (Fr. Weber war ja schlau eine Kuehltasche zu importieren - grins) und setzen uns in den Park. Und was entdeckte ich da??? Ein Handyladekabel. Aber nicht irgendeines – nein, genau das passende fuer mein Handy! Ja glaubstes!  Es war kein Mensch weit und breit zu sehen dem es gehoeren koennte, als war es nun Meines. Nun habe ich fuer die kuenftigen USA Reisen ein passendes Ladekabel mit amerikanischem Stecker. Mit dem Kabel im Gepaeck zurueck zum Auto. Aber was nun? Es war viel zu frueh um zum Hotel zurueck zu kehren. Denver anzuschauen ging fixer als ich dachte. Aber was geht immer? Richtig: Shoppen! Nun hatten wir ja die groessten Malls im Umkreis schon gesehen. Also suchten wir uns eine heraus die auf dem Weg Richtung Hotel lag. War aber nicht wirklich der Brueller. So suchten wir nochmals einen Supermarkt auf, denn mir fehlte immer noch eine Kleinigkeit fuer zu Hause. Und wir wurden fuendig. Zudem gabs ne neue Sonnenbrille, denn die alte schien verloren gegangen. Spaeter beim Packen tauchte sie aber wieder auf. ;-) Da es auch wieder Zeit fuer Kaffee war beschlossen wir uns diesen im Hotel zu holen und den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen. Natuerlich gabs spaeter dann auch noch was zu essen und einen Verdauungsspaziergang im Geschaeftsviertel in dem unser Hotel lag. Abends versuchten wir dann mehrfach fuer unsere Fluege online einzuchecken. Erst war das Checkin-System platt, dann gings irgendwann, aber irgendein Prograemmchen am Hotel PC wollte net so wie es sollte. Dann checkten wir am eigenen Laptop ein, konnten aber ja nicht drucken. Also sendeten wir uns selbst ne Mail mit den Bordkarten und druckten diese dann am Hotel PC aus. Wir wanderten also mehrfach zwischen Zimmer und Lobby umher, aber Hauptsache wir hatten eingecheckt. Auf dem Zimmer tranken wir das letzte Bier aus unserem Vorrat und laeuteten die letzte Nacht in den USA ein.

1.7.2012:
Der letzte Tag fuer uns in den USA brach an. Also in aller Ruhe gefruehstueckt, denn Zeit hatten wir genug. Dann stopften wir die letzten Dinge in die Taschen und Koffer. Fast haette ich noch unfreiwillig etwas aus dem Gepaeck nehmen muessen. Ich drueckte, zog und stopfte bis es passte. Ich frage mich inzwischen ernsthaft ob eine Mitnahme von 2x23kg pro Person eher ein Fluch oder ein Segen darstellt - lach. Als wir dann ausgecheckt hatten zog es uns wieder in einen Supermarkt. Diesmal aber nicht um etwas fuer zu Hause zu kaufen, sondern fuer den Heimweg. Da wir ja auf den Fluegen kein kostenloses Essen bekamen liessen wir uns Broetchen belegen. Fuer jeden zwei Stueck, dazu gabs noch was Suesses, das sollte reichen. Es war ja eh ein Nachtflug. Dann mussten wir noch ein paar Liter tanken, sonst waeren wir nicht mehr bis zum Flughafen gekommen. Nachdem das alles erledigt war steuerten wir nordwaerts, gaben das Mietauto ab und fuhren mit dem Shuttle zum Terminal. Die Schalter waren auch schon offen, so konnten wir also das Gepaeck abgeben. Langsam trotteten wir zum Gate und starteten puenktlich mit unserer 757 Richtung Island. 8 Stunden spaeter und somit schon einen Tag weiter durfte ich nochmals islaendischen Boden betreten. Die Einreise zog sich etwas hin, so dass es fast schon knapp wurde den Heimflug nach Frankfurt zu erwischen. Das Gate war bereits offen, aber es reichte noch in der Schlange schnell das letzte Broetchen zu verdruecken. Nach weiteren 3,5 h Flug hatte uns die Heimat wieder. Hier war es bereits Mittag, was es einfacher machte durchzuhalten um erst abends ins Bett zu gehen.
Alles in allem war das eine tolle Rundreise, zwar sehr anstrengend, aber so voll von tollen Eindruecken. Speziell das was die Errosion in all den Millionen von Jahren geschaffen hat begeistert mich immer wieder aufs Neue und laesst mich nicht los. Das Colorado-Plateau mit seinen bunten Farben, Formen und unwirklichen Gebilden hat es mir angetan. Die naechste USA Reise soll zwar in eine andere Gegend gehen, aber ich bin mir sicher, ich werde zum Colorado-Plateau zurueckkehren sofern mir das gegoennt ist.
Ich hoffe, Euch hat der Bericht und die Bilder gefallen, und ich konnte Euch ein wenig unterhalten sowie virtuell am Urlaub teilnehmen lassen.
 

© Susanne Weber 2004 - 2013