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Reisebericht:
Im August 1997 flogen wir von Hannover aus via Amsterdam mit einer holländischen Fluggesellschaft nach Toronto. In Toronto angekommen holten wir unseren Mietwagen ab und fuhren in unser vorab gebuchtes Hotel. Insgesamt hielten wir uns 3 Tage in Toronto auf, mit einem Tagesausflug an die Niagarafälle, bevor es dann weiterging Richtung Kingston. Hier machten wir eine Schifffahrt zu den berühmten „Thousend Islands“. Ausserdem besuchten wir ein altes Fort. Das Fort Henry. Es ging den St. Lorenz Strom entlang weiter nach Quebeque (die Stadt im Staat). Ein viel quierligeres Nachtleben als in Ontario erwartete uns hier, ist es doch erlaubt auch in der Oeffentlichkeit Alkohol zu trinken, und somit auch in den Bars, die ihre Tische und Stühle draussen stehen haben. Von hier aus fuhren wir weiter nach Ottawa – Canadas Hauptstadt. Wir besuchten das Parlament und die Innenstadt. Eine wirklich schoene Stadt, die einige schöne Plätze bietet.
Von dort ging es weiter zum Algonquin Park. Ein geschüzter Nationalpark. Hier haben wir eine Cottage (Wochenendhaus) stehen mitten in der ruhigen Landschaft. Kein Lärm weit und breit, einfach nichts! Ausser den wilden Tieren hört man hier nur sich selbst. Die Cottage liegt an einem See, der zum Grundstück gehört und hier übten wir für unsere 6 tägige Kanutour die uns bevor stand. Als es dann endlich losging, registrierten wir uns in der Parkverwaltung, gaben unsere geplante Route an, nannten unsere Zeltfarbe und erhielten einen Plastikbeutel, den wir nach Beendigung der Tour wieder mitbringen mussten, den hier hinein gehoerte der Abfall. Ausgerüstet mit einem Zelt, zwei Schlafsäcken, Isomatten, genügend Essen, einer Kanukarte für die Seelandschaft, und natürlich einem Kanu samt Schwimmwesten ging es ab aufs Wasser. Einstieg war der Canoe Lake. Schon nachdem wir den See durchquerten erschwerte uns eine „Portage“ das Weiterkommen. Es sollten noch viele dieser „Verbindungen“ zwischen den jeweiligen Seen kommen und uns bis an unsere Grenzen bringen. Sind doch diese Portages nichts weiter als ein Abschnitt zwischen zwei Seen, die meist über Stock und Stein führen und nicht einmal befestigte Wege sind. Sehr abenteuerlich! Vor allem mit dem ganzen Gepäck und zusätzlich dem Kanu, welches wir tragen mussten. In 6 Tagen ging es über den Joe Lake, Little Joe Lake, Burnt Island Lake, Otterslide Lake, Big Trout Lake (hier hatten wir so starken Sturm, dass wir jeweils an der Küste entlang fahren mussten, da wir sonst gekentert waeren), White Trout Lake, McIntosh Lake, Ink Lake (und von dort hatten wir die grösste Portage mit 2380 m) zum Tom Thomson Lake, Littledoe Lake, Tepee Lake, und wieder durch den Joe Lake zum Canoe Lake. Insgesamt ca. 70 km mit vielen Naturerlebnissen wie Bären, Wölfe, Enten, Streifenhörnchen und Mäusen. Interessant war auch das Verhalten der Tiere, je tiefer wir in den Urwald vordrangen. Sie wurden immer zutraulicher und hatten keinerlei Angst, wurden sogar frech und wollten sich das Essen mit uns teilen. Hier waren wir jedoch eisern, ging es doch ums Überleben. Einen unangenehmen Zusammenstoss gab es allerdings mit Erdwespen. Wir hatten sie leider unbewusst aufgescheucht und diese wehrten sich natürlich. Mit dem Erfolg, dass sie mir die Beine von oben bis unten zerstachen und ich nur ganz knapp einem toxischen Schock entkommen bin. Das nächste Mal wird Gegengift mitgenommen! Der Park ist ansonsten wirklich empfehlenswert, aber man sollte schon einer gewissen Kondition entsprechen, geht doch das Paddeln stark auf die Knochen. Nach der Tour hatte ich 6 kg Gewicht verloren, welches aber wieder sehr schnell drauf war, denn eine Fastfoodkette lockte mich doch sehr, nach dem auspowernden Trip durch die Wildnis!
Wir verbrachten nachdem noch eine weitere Woche in der Cottage und fuhren dann weiter nach Barrie und Midland am Georgian Bay gelegen. Von dort ging es nach Collingwood. Am nächsten Tag fuhren wir durch Hanover, wollten wir uns doch den Spass erlauben mal die ganzen deutschen Staedtenamen abzuklappern. Weiter ging es dann an den Huron Lake, nach Kincardine. Von dort fuhren wir die Küste des Huron Lakes entlang bis wir nach Oil Springs kamen. Hier besuchten wir am nächsten Tag das Ölmuseum. In Oil Springs wurde die erste kommerzielle Ölquelle Canadas betrieben. Das Museum war wirklich sehr interessant anzusehen. Wir entschlossen uns, in die USA zu fahren und betraten den Staat Michigan bei Sarnia und fuhren auf dem Highway nach Detroit. Hier schauten wir uns die 4 Türme von GM an (es befindet sich in diesen ein Einkaufszentrum), und erkundeten noch ein wenig die Stadt. Aber es gefiel uns dort nicht sonderlich gut, so dass wir bald schon wieder die Grenze befuhren um wieder nach Canada zu gelangen. Von Windsor aus Detroit zu betrachten sah viel schöner aus! Wir fuhren dann nach London und nach Kitchner (Berlin). Nach einer weiteren Nacht in der Nähe Berlins - in Paris – ging es zurück nach Toronto. Hier suchten wir uns wiederum ein Hotel und fuhren am nächsten Tag zum Flughafen, und unser Urlaub war vorbei. 3,5 Wochen einen “amerikanischen” Traum gelebt ...
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